DER REALE MOMENT DER ZUSAMMENKUNFT
Es war noch nicht mal Zeitumstellung, und schon ächzen und wehklagen die Menschen, ächze und wehklage ich:
Deutshcer Herbts
und kein Sturm von keinem Paradies her.
Am Morgen des elften Oktobertages sind gar drei der Gladiolen Blütenmünder zu mir hin geöffnet, die Blätter durchscheinend wie mit Tinte eingefärbtes Japanpapier und – (sind Pflanzen bunte Geschlechtsorgane, die man sich in die Wohnung stellt?)
Hallöchen. Die dicke Nachbarin nervt auch schon. Muss ich mich jetzt schon wieder dumm machen lassen vom Hass auf den Mitmenschen? Ich sage NEIN und mache Kaffee.
Frau Doktor von Bismarck, die junge Fachärztin, erinnert mich, “Die Beobachter” nachzuholen, sie hingegen – Frau Dr. von Bismarck – hatet ab gegen Claudia Kade (Die Welt), die sei “dumm” und würde “Duckface” machen, ja, ich seh’s jetzt auch, gleichzeitig Freude, dass Feldenkirchen vom Spiegel Hajo Schumacher ersetzt. Hat eigentlich schon mal jemand den Georg “Kolumne” Diez in eine Fernsehsendung eingeladen? Den würde ich gerne mal sehen, ob der wirklich so irre ist, wie er scheint.
Den Hund des Friseurs unterm Kinn gekrault, aus blieb jedoch das Spielen mit dem Beiß-Tau, das meistens auf der Fensterbank liegt, und das er dann holt und einem vor die Füße wirft. Er schaute lieber weiter aus dem großen Fenster raus. Und das verstehe ich. Fenster ist nunmal Fenster.
Im Ramsch- und Trödelladen nebenan erliege ich – wie immer – der Faszination für Haufen von Müll und Zeug: ein Letraset-Buch und ein Glasgefäß mit Deckel gekauft, jedoch nicht: das ausreichend bebilderte Buch mit dem fantastischen Titel “Geheimnisse der Mädchenfotografie”.