• Freitag, 24. Februar 2017

    Während ich hier schreibe, dringt von rechts her, abgedämpft durch Distanz und die Verglasung des Fensters, das Rumgeschreie von einer Gruppe Zigeuner an mich heran, dessen genaue Schreiteilnehmer ich eines in der Sichtachse parkenden, weißen Lieferwagens wegen nicht ausmachen kann. Ich kann auch sehen, wie sich für mich über ihnen, ca. 100 Meter entfernt, zwei Polizisten in Signalwesten durch den Görlitzer Park bewegen, zum Ausgang Richtung Wiener Straße hin. Die ganzen Blacks, die hier im September noch 25 Stunden am Tag anzutreffen waren, sind verschwunden. Es ist Winter. Über dem Park, riesig groß, eine schwache Glühbirne hinter Fettpapier. Ich war eben schon Kaffeetrinken, einen Artikel über britische Jugendliche und ihre Perspektiven, sowie einen über Netanjahu in der ZEIT lesen, Bananen und Milch kaufen, fotografierte einen einsamen Bürostuhl, auf dessen Rückenlehne in blauer Sprühlackfarbe Sozi 36 steht. In Berlin-Kreuzberg fotografiert man doch immer das gleiche.

    Zwischendurch angstnahe Anflüge von wiesollesjetztweitergehen. Am Mittwoch hatte ich Post bekommen, daß ich das Arbeitsstipendium nicht bekommen habe. Hierin liegt keinerlei Wertung über Ihre künstlerische Tätigkeit.

  • Donnerstag, 16. Februar 2017

    Ein kanadischer Professor aus Laval, Quebec, hat einen kleinen Film aus dem Jahr 1904 gefunden, in dem angeblich Marcel Proust zu sehen ist. Also das einzige “moving image” des “sympathischen Franzosen”. Proust – oder der Mann, der vielleicht Proust ist, trägt eine Melone und einen Anzug in pearl grey, schreitet recht flugs eine Treppe herab, inmitten eines Hochzeits-Szenarios. Er müsste da 33 Jahre alt gewesen sein.

  • Mittwoch, 15. Februar 2017

    Gestern die Abwesenheit für die Karnevalszeit organisiert – Erleichterung.

    Das Fußballspiel anzuschauen war pure Anstrengung, ein Dienstag der verdrehten Resultate insgesamt, die Pizza war zwar super, lag mir aber schwer im Magen und ich lief dann nur noch auf Reserve.

    Jetzt, zum Zeitpunkt der Niederschrift: bestes Wetter in my private Schützengraben. Sonne! Des Weiteren aus den Kriegsskizzenbüchern:

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