• Dienstag, 14. Februar 2017

    Bei Kaffee und Croissant verlesen: “Kompliziertheitstomaten” statt “Kompliziertheitsatome”. Im Sonnenstrahl, mein anthrazitfarbenes Hemd ist schon ganz aufgeheizt. 

    Weil meine Finger durch das Croissant etwas eingefettet waren, flutschte mir das iPhone slapstickartig aus der Hand und fast über den ganzen Tisch. Meine Tischnachbarin kicherte sofort los. Ich aber auch. Nicht direkt ein Buzz, aber ein Purr macht dieser gutriechende Mikrofrühling. 

    Nochmal geschaut: “Boogie Nights”. Der ist von 1997. Komm’ ich nicht klar drauf. (Nachtrag 15.2.: Ich komme nicht klar drauf, daß es zwanzig Jahre her ist. Der Film ist ja Bombe)

  • Sonntag, 12. Februar 2017

    In Jury/Kuratoren-Deutsch wird oft von den sog. “Problemen der Malerei” gesprochen. Malerei ist – nach wie vor – die Kunst, die den Markt beherrscht, der white priviliged man der Kunst. Fragt mal Videokünstler oder Tanzperformancekünstler, die können sicher was zum “Problem” der Malerei sagen. Was E X A K T soll also gemeint sein, wenn jemand die “Probleme der Malerei” “neu” “thematisiere”? 

  • Samstag, 11. Februar 2017

    “Another concept of paint is it’s being matter in solid state. A painter who thinks of it this way is Lee Lozano, whose bowels function magnificently.” Lee Lozano, Private Notizbücher 1968-1970

    Im Schlaf war mir, als hätte ich’s geahnt und heute morgen sehen es die Augen: Schnee auf den Dächern. Ein weißes Seidenhemdchen, das von den Schultern gerutscht ist, so sieht das aus. A propos Schnee: im Lee-Lozano-Katalog, hinten, ein schönes Foto: der junge Dan Graham und sie, Anfang der 70er Jahre, durch eine verschneite New Yorker Straße gehend, die Sonne scheint. Graham schaut runter auf eine gelbe Schachtel, die er in der Hand hält, Lozano lächelt in die Kamera, kann sein, daß die Sonne sie blendet. Der Schnee ist schon durchgewalkt wie ein Teig, sein Saum ergraut. The Kingdom of Agfacolor.

    In den letzten Tagen und Wochen (couple o’weeks) weniger Journaleinträge, weil generell weniger Internet am Morgen (ich schreibe hier fast ausschließlich morgens, nach dem Aufwachen), bzw. der Computer bleibt aus, zugeklappt, stiller Designgegenstand, schimmert mattgrau in den Raum hinein. Frank Schirrmacher, sorry, aber ich wähle, NICHT überlastet zu sein. Die Universalklammer Trump, das Gemeine, Niederträchtige, vielleicht sogar die deutsche Sprache: ICH BRAUCH KURZ NE PAUSE, DANKE. Gleich nach der Pause will ich rausfinden, warum Patrick Bahners sich auf die NZZ eingeschossen hat.

    Ernst Jünger wäre dieses Jahr 122 geworden. “Häkeln, Knoblauch, wenig Sex” nannte die erwiesenermaßen 122jährig gewordene und somit älteste Menschin der Welt – eine Französin –  das “Rezept” für ein langes Leben. Über Vincent Van Gogh, den sie einmal getroffen hatte, sagte sie: “Er war häßlich und stank wie ein Frosch.”