• Dienstag, 4. Oktober 2016

    Ein Sachse “fragt” Claudia Roth, of all people, warum sie das “Deutsche Volk” zu “vernichten” gedenke, dabei rinnt – ein ganz tristes Bild ist das – sächsischer Regen einen schwarzen Regenschirm herunter und ein Eimer Scheiße an mir. Nach zwanzig Minuten ist es genug mit Dresden, schalte das ganze Konzept #TdDE einfach weg. Ein Eindruck von unfassbarer geistiger Verkommenheit und Enge, von einem nahen Ende, dann Lachen. Ich spür mein Hass-Imaginarium hochfahren, schalte aus. Shanah Tovah – das Jahr 5777.

    Morgens war ich mit dem Auto raus gefahren, tiefer in die Sphären der Outdoor-Softshell-Mode vorgedrungen, ich wollte Rührei mit Speck und Zeit für Lektüre, und so hatte ich dann schön Eier mit zwei traurigen Speckstreifen und diese schnelle Irmgard Keun Sprache aus 1932, mit altmodischen Präpositionen, leichten Irritationen, weil eben nur ein bißchen anders, so daß ich – und ich mach’s gern – zweimal nachlesen musste. In einem Fernseher im Frühstückscafé sah ich Spieler von Schalke 04 jubeln. Einem gesprächigen Greis sagte ich, daß ich Schalke 04 hasse. Aber was ist schon Hass, ich meine: richtiger Hass? Im Café arbeitete eine junge Türkin (?) mit einer sehr schmalen Taille und einer schönen, ja, Hakennase. Süß. 

    Desinteresse als Schutzraum, in dem man richtig ARBEITEN kann. 

    Trainerchen: Ich bin fit, ich kann spielen

  • Samstag, 1. Oktober 2016

    Punkt 12 Uhr: Test der 92 Sirenen im Stadtgebiet. Eine unter spülwasserfarbenem Himmel auf- und abwallende Symphonie der Achtsamkeit und Entwarnung, in drei oder vier großen Atemzügen, und jetzt zeigt sich die Sonne kurz. TAG DER ABRÜSTUNG

    Diskret seitlich abstrahlendes Licht von der Lampe, ein nunmehr gesaugter Raum, 40 Grad Wäsche, 60 Grad Wäsche, nachher Fußball: sich aus Fallobst einen Tag bauen. Und da ich immer hungere, habe ich ständig Appetit, heute geht es in die Richtung Speck und Spiegeleier, Cola mit Eis und Zitrone. Gestern in Düsseldorf die Exmatrikulationsformalia abgewickelt, im IC eine schwäbische Hausfrau ertragen, zu viel Kaffee getrunken, in der Post der Vertrag von M&S, Honorar: 200 EUR für “9 namenlose Illustrationen – nachstehend “Werk” genannt”. Zwei sehr schöne Frauen gesehen, weit in ihren 40ern, keine Schminke, kein Firlefanz, nur schöne braune Augen und schöne braune Haare, ich muss schneller alt werden. 

    Hart bisweilen die Tage, an denen man nur noch Menschen in die Augen blickt, die gelangweilt werden wollen

  • Freitag, 30. September 2016

    “Ich – janz privat” Blog-Motto heute

    Als ich gegen neun Uhr abends vom Innenhof auf die Straße trete, ist die Luft so warm und mit ihr ist da ein Geruch, der gestern nicht da war, als ob der Sommer von vorne beginne jetzt. Von Gestern aber, weiß heute niemand was.

    Das Geräusch, das der Wind macht, ist wie bei Kagemusha, das Knattern der Takeda-Banner, im Nachtsturm.