GGG GERMAN GOO GRUNDGESETZ GIRLS
Um 5.45h eben war noch ein schwacher GLOW hinter der Kontur der Häuserzeile zu sehen, ich deutete es wie ein vorsichtiges Aufbegehren, mit friedlicher Zartrosahaftigkeit im Wesen. Ähnlich dem Moment gestern Abend, als ich aus dem Untergrund kam, und im Umdrehen sah, wie das
e i n e Hochhaus kräftig orange illuminiert aus dem Boden ragte, eine einzige warme Lampe inmitten von blauen. Jetzt hört man das Anfangsprasseln des Regens auf dem Fensterblech. Auch schön.
Ende Mai. Es ist schon Mai. Das ist doch verrückt. Letzte Woche noch dachte ich: noch keine Mücken gehabt. Jetzt sind sie da und machen einen unfassbaren Terror, und Lärm.
Ich schaue nach: es ist der Rainald Goetz-Geburtstag. Achso ja, ich hatte, nach dem Telefonat mit Marc neulich, natürlich auch ein bisschen auf der leicht aufbauschenden wrong-Veröffentlichungs-Welle reitend, dieses heutige Datum wohl durch einen von den wenigen Zeitungstexten, die ich gelesen hatte zum neuen Buch, irgendwie eingeatmet. Ganz überrascht war ich von dem anderen Blau, das sich hinter dem Blau der Broschur versteckt hält.
Alle scheinen immer „genervt“ von Goetz, es nervt, er nervt, das scheint so das Agreement, immerzu eigentlich, und ich bin aber nicht genervt. Don’t shoot the messenger—gutes Konzept, finde ich. Es gab übrigens auf YT ein neues Video zu finden, unter dem Suchbegriff Rainald Goetz, eine ganz niedliche Episode der Sendung Housefrau (Viva) von, was, 1995?, in der uns Goetz „sein München“ nachtmässig aufrollt, die Clubs besucht, mit den Bookern und Türstehern spricht, dazwischen Strecken von House und Techno Tracks jener Zeit, visualisiert durch den Stand digitalen Renderings. Berührend, echt wahr. Ich halte es für nicht nostalgisch, zu sagen, dass dieser Style, diese Musik auf eine Welt verweisen, die noch nicht die Symptome der finsteren Elephantiasis zeigt, deren Erreger sie schon in sich trägt.
Was hat denn genervt, die letzte Woche so? Das Wort PUNK.