• Freitag, 4. September 2015

    Keine Abwehr gegen diese Form der Madeleine, keine Abwehr gewollt:

    Von der Erinnerung überboten, erschreckend intensiver weil fast ganzkörperlicher Zustand, zwei oder drei Wochen Anfang 2010, die ich wie einen kalten Entzug (zumindest das, was ich dafür halte) erlebt habe, mit aller Ornamentik: Blutdruck, Heulen, und an die andere Person denken und in den starken Momenten des Halbfatalismus: freuen, sich darüber freuen das man scheißenochmal lebt und alles, und teilhaben kann und darf. Ende natürlich unglücklich, muss ja auch. Warum an Geglücktes erinnern?

    Sogar das kleine weinrote Notizheft habe ich noch, in dem der ganze Terror steht, hingeschrieben in Zügen und Bahnen, um mich zu waschen, irjendwie. Das Meiste ist eh vergebens, warum sich nicht daraus ein Sicherheitsnetz machen? 

  • Samstag, 29. August 2015

    “After awhile it became difficult to remember that nothing really happened.” Chris Kraus – I Love Dick

    Philip GustonPhilipGuston PhilipGuston – fantastisches Gefühl, seitenweise zu lesen, wie jemand im Versuch, das Malen zu beschreiben, sich am Ende dann doch nur Nebelbänke abringen kann. Die eigentlich unmögliche, vollständige Entwirrbarkeit der Dinge, der Lebens- und vor allem Arbeitsformen, die Positivierung der Ahnungslosigkeit. Tiefgreifend beruhigt durch diese Absagen, die für mich jedoch irgendwie nur anzunehmen sind, wenn es jemand anderes sagt. 

    Bekomme dabei unglaubliche Lust, und spinne mir inmitten dessen schon den großen Bogen Zukunft zurecht, ich, Atelier, die leere Leinwand, die einen anstarrt, aber natürlich dabei nur Leinwand bleibt und bleiben muss (Esoterikverbot), und ja, da ist es ja auch: das Bild von Guston, mit der saftigen Leinwand, die, dicklich wie eine Matratze, an ein Gemäuer gelehnt und – sagen wir halbzyklopisch – aus ihrem lebendigen, verschmutzten Kadmiumrotgemisch IRGENDWOHIN blickt.

  • Freitag, 15. August 2015

    What’s the thing with girls and their almost machine-like swooning about handsome actors who die in their 20s? 

    -There is no male equivalent to that scheme 

    -Women older than 30 cease to do that. They prefer the living