• Sonntag, 08. Juni

    Beschissene Typen, die am frühen Sonntagabend aus ihren BMWs steigen, in Jogginghose und Daunenjacke, weil sie aus dem Fitnesscenter kommen. (Habe ich schon am 05. Januar notiert. Ich fand es so süß.)

    “Ich würde gerne einen Eiskaffee trinken, aber der ist so teuer”, sagt einer im Vorbeigehen. Wirklich? Ein Kaffee kostet 2 Euro, aber ein Eiskaffee 8000 Euro oder wie? Was heisst denn hier “teuer”? Ich habe mal einem Finanztypen erzählt, weil er es wissen wollte, was für mich der Sinn von Geld sei und wie ich damit umgehe. Er sagte dann, ich sei “Anarchist”. Keine Ahnung, was er damit meinte. 

  • Samstag, 07. Juni

    Gestern nachmittag, ein Mädchen in der Straßenbahn, 15 Muttermale formierten sich, dicht gedrängt, auf ihrem linken Oberarm. Niedliche Form von Überfluss. Und durch das Aufschreiben solcher Momente will ich mir das Erinnerte über offener Flamme gefügig machen.

    Übrigens gibt es in meinem Wohnhaus erhebliche Schwierigkeiten mit dem geräuscharmen Schließen von Fenstern und Türen. Hängt es mit dem (geheimen) Wissen zusammen, dass die eigene Existenz kurz und eventuell völlig bedeutungslos ist? Dient der sinnlos und doof ungeschickte Krach als akustische Spur, die ins Dasein der anderen ballern soll? Macht nur weiter so

  • Freitag, 06. Juni

    Bei Wolfgang Welt bekomme ich manchmal so feuchte Augen. Nicht, weil’s so schlimm wäre oder irgendwie extrem, sondern weil es eben genau so in der Mitte ist.