SIDETRACK MY ENGINE
I’d like to leave you on a positive note. Will you accept two negatives?
Es heißt, die ZEIT vergehe anders in dem Maße, wie schnell man sich bewegte. Die Idee eines JETZT sei, so heißt es, im Sinne unserer Existenz, im Sinne des Aufbaus des Universums, nicht von Vergangenheit oder Zukunft auseinanderzuhalten.
Dem zugrunde liegt, so heißt es, die dunkle Sprache der tiefen Naturbeschreibung: Mathematik. Diese Sprache ist nicht von sich aus dunkel, sie liegt nur dort, im Dunklen. Sie will ans Licht.
Man ist, heißt es, als Mensch ein Organismus mit nur unzureichend ausgestatteten Sinnesapparaten und Übersetzungskapazitäten für diese Sprache, hinüber vom Universum in die Erfahrbarkeit unserer Welt, der Menscherfahrungswelt. Wir sind, oddly enough, Migranten mit unzureichenden Sprachkenntnissen, verstehe ich das richtig?
Und jetzt also—kommt das hier, das Journal, mit Hegelscher (war’s Hegel?) Latenz in 2024 an. Hallöchen 2024, ich sehe dich, und ich sehe auch schon dein Ende, überblicke deine Form, und das Ende als solches hat auch schon eine Form, und diese Form ist ein Datum.
Realismus also eine Formangelegenheit, die diese „Übersetzungsfehler“ mit einbeziehen sollte.
Ungefähr proportional verhalte sich die Rate von Erfindungen, Innovationen in der Welt zum Volumen der gesamten Weltwirtschaft. Müsste Realismus demnach ungefähr proportional gedacht, versucht werden, zur gesamten Welterfahrbarkeit? Frage für einen Freund.
Was hatte ich da nochmal notiert, in einem anderem JETZT, weil es jemand so schön formuliert hatte, ins kleine roten Heftchen: there is just conciousness and its contents.
Hoppla
Lesen: Helgard Haug, All Right. Good Night. William Burroughs, Junky. Sol Stein, Über das Schreiben.
Mehr gucken als lesen: Sargent and Fashion, Tate Gallery.
Beim Gucken von American Gigolo fiel mir auf, wie kaputt, also nicht-existent der Sound zum Teil ist, wie es da wohl beim Dreh enorme Probleme gegeben haben musste, und man es in der Postproduktion vielleicht auch nincht mehr so richtig hinbiegen konnte, im Jahre 1979 oder ’80. In manchen Szenen gibt es überhaupt keinen Ton, Stille, zB wenn Richard Gere irgendein Restaurant betritt, keine Atmo, keine Musik, nichts. Weird, aber auch irgendwie toll, wie das wirkt. Und dann erhebt sich auf einmal, so 80s kokainhibbelig-artig aus der Stille der fizzelige Giorgio-Moroder-Score, man sieht die schwarzen, wie ausgeschnittenen Silhouetten kalifornischer Palmen gegen einen Sonnenuntergang in—for real—cadmium violet.