LOVE AND DEATH ARE ALWAYS ON MY MIND
Fühlte mich diesmal auf der richtigen Seite. Denn schon am nächsten Tag, nachdem man mich für 1 Jahr mit einer neuen Zahl ausgestattet hatte, war der Schnee verschwunden. Weg. Wirklich wie als: wäre er niemals da gewesen. Das war nun also das Produkt der Nacht.
Me—I’m a product of winter.
Jetzt umbläst Sturm das Haus, und ich wollte irgendwas gesagt haben, aber ich bin dabei Basslines mitzusummen. Bitteschön, wenn es ohnehin nur den Moment gibt: die ersten vier Lieder, in Reihe, der ersten The Stills-Platte. Jeder Ton, der auf den nächsten folgt. Diese Freude, dabei zuzusehen, wie man von POP manipuliert wird, mit den Pop-Mitteln. Neulich dachte ich das schon, als ich mir abends im Bett die neue, dritte Planet Earth-Reihe anschaute. Diese Leute treiben es zum Teil bis ans Äußerste, mit der Bild-Ton-Manipulation, aber fuck me: sie wissen, dass ihre wirklich spektakulären Bilder das zulassen, die fast schon asozial perfekte Schnittkunst, und man selbst ertappt sich dann dabei, wie man diese Manipulation genießt.
Während ich das also sah, wie sich irgendein interessant geformter, dunkler Hai in den Meeresboden buddelte, indem er durch ein Winden seines Körpers, von seinem Unterbauch her eine Verwehung des Sandes quasi heraufbeschwor, der Grund unter ihm sich teilte, für ihn eine Mulde zu bilden, in der der Hai dann vollkommen unsichtbar verschwand, lauerte, weil dieser graublauschwarze Sand, der in trägen Schlieren und Wölkchen nun wieder auf ihn niederfiel, wie eine Schrift in Auflösung, und ihn vollkommen benetzte, die EXAKT selbe Farbe hat wie der Hai, da dachte ich, so eine schockierende Sequenz aus Bewegung und Farbe und Licht, keine Fantasie kann so etwas erwirken.
Im REWE Bücherschrank, eine Picador Paperback-Ausgabe eines Richard Brautigan Buchs: In Watermelon Sugar.