• do, 21.8.2025

    „ISN’T IT FANTASTIC“

    Metallisch, blank poliert, Stahl — so kommt das Licht hier an, gefiltert durch dichte graue Wolken, aus denen es dann aber nicht regnet.
    Abends, wenn es FAST ganz dunkel geworden ist, denke ich noch immer an Italien, und wie es dort schon, jetzt, längst dunkel ist. Wie als würde ich die unmittelbare Zukunft am Rande des Blickfelds sehen. Aber es ist nicht Zukunft, es ist Krümmung, es ist Süden.

    Ich muss üben: APORETISCHE HALTUNG. Klingt gut.

    Akademismus, in der Malerei, bedeutet für 2025 und seit mind. 25 Jahren: Bad Painting. Nicht Ingres oder Ruskin oder Delacroix. Das Auge, am besten beide, für den Relationismus der Begriffe hält frisch, wach, aufmerksam. Das Gegenteil davon ist die Halbtotheit eines argumentativ generischen Raums. I fucking hate it.

    Michael Fried „Art and Objecthood“, 1968

    Aus Tao Lin’s Schreib-Tipps:
    Don’t „kill your darlings.“ Just copy/paste your prized phrases/sentences/passages that don’t fit in your current piece into a different file for future use.

  • fr, 15.8.2025

    TOUCH ‘EM WITH LOVE

    Vielbesungen,
    Ewigkeit

    Ferragosto.
    Der Gestank der Stadt, er spricht zu einem. Aus zu faserigen Fladen getrockneten, aus Körpern ausgeworfenen Pampen, aus wie mit Schellack bestrichenen öligen und pissigen Schlacken und aus den unsichtbar dampfenden Haufen von Müll und Scheisse, hochgetürmt und von Augusthitze zusammengeschmort zum grossen EINDRUCK, zur von der Sonne abgewandten Fratze des Sommers, auf die sich die Fliegen setzen.
    Der Gestank, er duzt mich, und das ist vielleicht das Schlimmste daran. This is our journey?

    Und der Mensch? Sie wiegt z.B. das Gemüse und das Obst ab—erntefrisch aus habichvergessen—das sie aus ihrem Anhänger heraus verkauft. Trockenblumen, Eiernudeln. Mittwochs nicht.
    Er arbeitet z.B. für das, was man den Curatorial-Industrial-Complex nennen könnte. 5 Asian Painters Making The Personal Political. Expect This Palestinian Artist’s Market Rise To Continue This Fall. Alle Systeme streben nach Komplexitätsabbau. Something like that.

    Ich fand mich in grossem Aufwand wieder, grossen Aufwand betreibend für die Postkarte, die ich Sergio, von Pizzeria Da Sergio, versprochen und angekündigt hatte. Nochmal besondere Strenge legte ich mir auf, wie ich sie mir in Sachen Kunst niemals auferlegen würde? Stimmt das? Nur das BESTE für die leichte Herzensgeste, isso.

  • mo, 11.8.2025

    ONCE MORE WITH FEELING

    Das ist auch neu: aus Wut aufgewacht.

    Man schlägt das Duchamp-Buch auf und Ms. Beatrice Wood schaut einen an. Aus einem schwarzweissen, seidenmatt gedruckten Rechteck heraus, ca. 10 mal 7 Zentimeter. Dunkle Augen unter einer breiten, runden Hutkrempe, die sie mit ihrer linken Hand hält. Hinter ihr, sitzend, Duchamp, und neben Duchamp, stehend, in hellem Sakko und mit Fliege, Francis Picabia.
    Im Oktober 1997, im Alter von 104 Jahren, wird sie in eine Kamera sagen:
    My god, my heart’s been nothing but smashed.
    Ohne eine Spur von Bitterkeit.