SYMPHONY No. 4 – CENTRAL PARK IN THE DARK
Wir hören Musik. Und Schreiben dazu.
Aus dem einen Zusammenhang heraus, den ich stets mit mir trage, fiel mir ein, letztens noch etwas gelesen hatte darüber, dass es Leute gibt, Autoren, Schriftsteller, die beim Schreiben, beim Denken und es dann hinschreiben oder hintippen, TYPING, Musik hören, Musik hören MÜSSEN. Mancher, ich erinnere das Beispiel Knausgård, die Musik, die nicht Instrumentalmusik war, mitsamt ihrer Textebene sogar durch Kopfhörergebrauch quasi direkt an Ohr und Hirn angelegt. Kein Raum und keine Akustik, den Aufprall der Worte, die wir lyrics nennen, abzufedern.
Und dabei dann Text schreiben, der—ja in welchem Verhältnis stehen sich da Musik und der Text, der parallel dazu entsteht und im Entstehen sich befindet sich die Dinge, die dort jemand besingt, und die verweisen und Verweise herstellen—sich noch in echtzeitiger Wahrnehmung all das fernhalten, auf Distanz halten muss, um sozusagen da herum zu schreiben, völlig, oder doch nur ein bisschen, wie einen Effektweg im Tonstudio, seriell, parallel?
Im Plattenladen nach den Feiertagen, zwischen den Jahren und auch gestern noch, die Hölle los. In diese triste Stadt reist in Scharen der HOLLÄNDER, der Holländer ist tendenziell gross und laut, und ich frage mich, was hat denn der Holländer in seinem Holland nicht, was er hier, im Kaputtostädtchen in Kaputto-Westfalen, findet? Oder mache ich das Gras in Holland grüner, als es wirklich ist? Ist man in einem Grenzort wie etwa Kerkrade oder Sittard oder Schinveld noch übler hingehalten?
Ein Junge, grade so dem Peanuts-Alter entwachsen, entpuppt sich vor mir als Charakter-Solitär, möchte für sich Platten haben, möchte das Michael Jackson Album haben, auf dem sich der „Earth Song“ befindet, wird aber enttäuscht werden, vorerst, um dann später mich noch zu fragen nach Markus‘ „Ich will Spass“, aber dann für eine Billy Idol Platte sich entscheidet, denn darauf befindet sich „White Wedding“, und damit ist er, für heute, dann doch noch zufrieden.
Jetzt ist auch Zartheit
Dann fiel aus winterlicher Nachmittagshalbdüsterkeit Schnee. Vom Ladeninneren aus, durch die Fensterfront hinter dem counter, sehen die Flocken wie Fetzen von Nesselstoff aus. Als ich später, Feierabend, den Laden verlasse, da liegt es noch WEISS auf dem grossen Terpentinsee.