• mi, 17.12.2025

    AUS DEN PRODUKTIVITÄTSLÜCKEN

    Nirgends ungeräumter, bröckelnder Schnee, grau und schwarz marmoriert von den Auspuffen der Busse, aufgeworfen und durchpflügt, the many states of water. Winter is a distant cousin.

    Die Zeit ist kein Fluss, aber Zimmer: aus den Zeitungen kommt die harte harte, kalte kalte Welt. Dort finde ich zumindest die Dunkelheit des Winters, der hier draussen ausbleibt.
    (Ich dachte eher an einen Charles M. Schulz-Winter.)
    Aber schon in 50 bis 100 Jahren auch nicht mehr, lese ich in einem Bericht über den Golfstrom, der auf dem Sterbebett liegt, dem grössten und flüssigsten der Welt.
    Der Winter wird kommen, das wird dort gesagt, für die Menschen DANN, und wie klar und frei von Ornament diese Sätze dort stehen in dem Text, IN TEXT, dieser so unendlich schönen abstrakten Form, schwarze kleine Striche und Punkte und ihre Winkel, komplizierte Bögen, die bezeichnen, was ist, was sein wird, erwachsen und urteilsfrei, und noch der ärmste Ficker auf Erden mag sich dieses Werkzeug selbst nehmen, Sätze zu bauen, die….

    Ok. Was noch? Pippo kam im Atelier vorbei, mir das nun gedruckte und gerahmte Foto zu bringen, das ich mir von ihm gewünscht hatte. Direkt von seinem Instagram Account her hatte ich es sanft gefordert. Danke, Pippo. Ich denke auch wieder oft ans Fotografieren, Mittelformat Dias, wie ich es im Studium gerne gemacht habe. Aussuchen, Zufälle bemerken, Aufbauen, Draufdrücken, Ist es was geworden? Ich weiss es nicht, Ich werds sehen, Wiederholung. Mich interessieren so viele Dinge. Das ist natürlich logisch und schön. Angesichts eines linearen Zeitverständnisses aber auch ein Problem.

    12:34h. Dieses Journal ist nun, unsichtbar und hinter den Kulissen, umgezogen. Neues Hosting, neue Disziplin fürs Journalschreiben. Wie einer, der von einer langen Reise in ein aufgeräumtes Haus zurückkehrt.
    Das erhofft sich, ganz herzlich, Ihr

    Roger Williams, Providence

  • Di, 21.10.2025

    DIE AKTUALISIERUNG IST FEHLGESCHLAGEN. DU BIST WAHRSCHEINLICH OFFLINE.

    Manchmal—nicht so oft—falle ich plötzlich aus dem Nachtschlaf heraus in einen abrupten Augenaufschlag, angegangen von tonnenschwerdüsteren Traumgebilden, chlorin beleuchteten Angstlandschaften, die am Rande des Wachwerdens nachflackern, und deren psychologischer Lärm noch böse und polyphon nachklingt. Erstmal auch keine Linderung in Sicht, da im Blickfeld, im Whiteout eines Werktagmorgens. Thema ist immer Versagen. Thema ist immer die Kunst als Form und Mechanismus des sozialen Niedergangs, meines sozialen Niedergangs, denn die Zukunft bleibt als Konzept auch im Kopf desjenigen bestehen, dessen Hals (vielleicht) bereits in der Schlinge steckt, wie es Nate West schreibt in Kapitel 4.

    Den Regen not Reagan gestern kündigte ein Geflecht aus langgezogenen, fast die ganze sichtbare Waagerechte einnehmenden Schlieren von Cirrus an, die fransig und wie nachlässig miteinander verwebt im zu diesem Zeitpunkt noch blauen Himmel hingen. Die Tage davor schon kamen die Winde, die nun endlich, WIRKLICH, alles herbstmässig herrichten, die Blätter von den Bäumen holen und allerlei Farbe am Boden verteilen. Busy are the eyes und die Nüstern (🐎).

    Ein Verbund von kugelrunden Meisen schwirrte die letzten Tage, Wochen, hier umher, am Felsfenster morgens, und manchmal höre ich es klackern auf dem Fensterbrett, ihre winzigen, dünnen Läufe, dann doch so deutlich wahrnehmbar, sehr süss und funny. Bei facts and fiction in Sachen Fragilität und winzige Körperchen vernehme ich eine deutlich angestiegene Sensibilität.

  • do, 25.9.2025

    ERECTOR SET PARTS

    I carry the weight
    of my almonds, half a handful, unpeeled, I put them in the pocket of my shirt, a summer shirt, striped and light, which reminds me that summer IS gone, summer is gone and he took his luminous accents and effects with him, vanished now into a one-digit-degree morning, one dim paint job, dull and hovering .

    Scene 1. Two people, mid conversation:

    …I mean who talks like that?
    Yea, the Art World talks like that. The Art World talks to itself, it talks in questions, goes on to say: is this the turning point for the art market? Is that why we need Art Institutions? What makes spine-tingling Art, Why is this trend so familiar?
    Let’s go the glass half full: The Art World knows that an answer marks an end, and you wanna keep the conversation going, you wanna do that rather.

    Rückkehr nach Reims der Museumsbibliothek. Life is great between two book covers.