• Samstag, 10.9.2022

    BLUME AUS KOT

    Vereinzelt waren Feuerwerke
    in Nordirland gezündet worden

    Zog ich gestern Abend acht Uhr aus dem Schlitz im Ticketautomaten in der U-Bahn eine EC-Karte, die jemand dort vergessen hatte. Musste halt selber mit Karte zahlen, kam ich nicht drum rum. War leider dumm, jetzt hab ich den Scheiß nämlich am Hals. Wir reden ja hier von den Kölner Verkehrsbetrieben, den absolut Prallsten. Desaströse, bierbäuchige und signalbewestete Agenten des Stumpfsinns, die locker schlechtesten Verkehrsbetriebe Deutschlands, vielleicht Europas. Ich weiß, daß ich das oft hier schreibe. Das ist kein Irrtum, das ist Repetition, to hammer the message home. In den Feind gehören Löcher, ist so.

    Wo die Karte jetzt abgeben? Ich bin ja selbst mehrfacher brave Survivor des EC-Kartenverlusts im Automatenschlitz, kenne daher die Gefühlswelt einer PoK (Person ohne Karte). Die KVB-Ticketschalter, oder was auch immer das ist, hier am Ebertplatz, die literally naheliegendste und auch korrekteste Lösung, haben natürlich die Stahlrollos unten, ist ja auch Samstag, da arbeitet man nicht, bei unsern Freunden vom Nahverkehr. Wenn diese Hurensöhne jetzt denken, ich bezahle drei Euro für ein Ticket zum Neumarkt, um dort an dem Hauptdingens im Fundbüro die Karte abzugeben, um dann nochmal drei Euro für die Rückfahrt….. sicher nicht, Freunde der Nacht. Muss es halt warten bis Montag, im Land der Ideen.

    I’ve got hungry eyes
    One look at you and I can’t disguise

    Brad Phillips hat mich eingeladen, bei einer online-show mitzumachen, die er kuratiert. Natürlich steht sowohl bei ihm, als auch bei mir, das Wörtchen “kuratieren” unter Generalverdacht. Darum, glaube ich, verstehen wir uns auf Anhieb. Obwohl nur online, müssen die Zeichnung(en) nach New York, und wie immer, wenn etwas konkret wird, will ich etwas NEUES machen, extra dafür. So lebe ich, in meinem Zimmer.

  • Donnerstag, 8.9.2022

    “I WANNA WASH MY HAIR IN THIS MUSIC” ROBERT PALMER

    Tage im Einzelhandel. Neben der Arbeit, neben den typischen Bewegungen und Abläufen auch Musik anhören, aufmerksamer, lauter, und vor allem: nicht in der eigenen Wohnung. Der Aufmerksamkeit ist das Häusliche entzogen. Warum sollte man nicht einen eigenen Raum haben, eine eigene Adresse, in der man sich zB Musik anhört? Oder eben seine Bücher schreibt, Texte, Musik komponiert. Eine der ewigen Künstlerfragen: kannst du zuhause arbeiten, oder benötigst du einen eigenen Ort dafür. Bisher war ich immer Typ2. Aber hätte ich eine 200qm Wohnung in der Bozener Strasse, könnte ich vielleicht auch dort arbeiten. Ich brauche mehr Raum und ich will ihn auch und ich könnte mit ihm umgehen.

    Vom erfrischenden, kühlen Wetterumschwung heute verwirrt, fühlbar geschwächt, und im Café heute Morgen, die Fenster weit offen, da war ein herbstlicher Durchzug, in den spiegelnden Scheiben sah ich den Himmel sich verdunkeln, mitten am Tage, und dann war dort der fruchtige Duft von Haarshampoo, den Frauen mit ihren langen Haaren, die genug Speicherkapazität haben, vorbeigehend nach sich zogen, wehende Banner der Körperlichkeit.

    Dass H.C. Ströbele gestorben war, habe ich erst heute mitbekommen. Ich weiß immer weniger, was “sonst so” los ist, angenehm.

    Wieder im Lotto gewonnen, 15,70 Euro.

  • Montag, 5.9.2022

    20:18h. Der Himmel tief, wie eine Zwischenebene. Eine Ruhe herrscht. Die vor einem Sturm?