“I WANNA WASH MY HAIR IN THIS MUSIC” ROBERT PALMER
Tage im Einzelhandel. Neben der Arbeit, neben den typischen Bewegungen und Abläufen auch Musik anhören, aufmerksamer, lauter, und vor allem: nicht in der eigenen Wohnung. Der Aufmerksamkeit ist das Häusliche entzogen. Warum sollte man nicht einen eigenen Raum haben, eine eigene Adresse, in der man sich zB Musik anhört? Oder eben seine Bücher schreibt, Texte, Musik komponiert. Eine der ewigen Künstlerfragen: kannst du zuhause arbeiten, oder benötigst du einen eigenen Ort dafür. Bisher war ich immer Typ2. Aber hätte ich eine 200qm Wohnung in der Bozener Strasse, könnte ich vielleicht auch dort arbeiten. Ich brauche mehr Raum und ich will ihn auch und ich könnte mit ihm umgehen.
Vom erfrischenden, kühlen Wetterumschwung heute verwirrt, fühlbar geschwächt, und im Café heute Morgen, die Fenster weit offen, da war ein herbstlicher Durchzug, in den spiegelnden Scheiben sah ich den Himmel sich verdunkeln, mitten am Tage, und dann war dort der fruchtige Duft von Haarshampoo, den Frauen mit ihren langen Haaren, die genug Speicherkapazität haben, vorbeigehend nach sich zogen, wehende Banner der Körperlichkeit.
Dass H.C. Ströbele gestorben war, habe ich erst heute mitbekommen. Ich weiß immer weniger, was “sonst so” los ist, angenehm.
Wieder im Lotto gewonnen, 15,70 Euro.