• Donnerstag, 8.9.2022

    “I WANNA WASH MY HAIR IN THIS MUSIC” ROBERT PALMER

    Tage im Einzelhandel. Neben der Arbeit, neben den typischen Bewegungen und Abläufen auch Musik anhören, aufmerksamer, lauter, und vor allem: nicht in der eigenen Wohnung. Der Aufmerksamkeit ist das Häusliche entzogen. Warum sollte man nicht einen eigenen Raum haben, eine eigene Adresse, in der man sich zB Musik anhört? Oder eben seine Bücher schreibt, Texte, Musik komponiert. Eine der ewigen Künstlerfragen: kannst du zuhause arbeiten, oder benötigst du einen eigenen Ort dafür. Bisher war ich immer Typ2. Aber hätte ich eine 200qm Wohnung in der Bozener Strasse, könnte ich vielleicht auch dort arbeiten. Ich brauche mehr Raum und ich will ihn auch und ich könnte mit ihm umgehen.

    Vom erfrischenden, kühlen Wetterumschwung heute verwirrt, fühlbar geschwächt, und im Café heute Morgen, die Fenster weit offen, da war ein herbstlicher Durchzug, in den spiegelnden Scheiben sah ich den Himmel sich verdunkeln, mitten am Tage, und dann war dort der fruchtige Duft von Haarshampoo, den Frauen mit ihren langen Haaren, die genug Speicherkapazität haben, vorbeigehend nach sich zogen, wehende Banner der Körperlichkeit.

    Dass H.C. Ströbele gestorben war, habe ich erst heute mitbekommen. Ich weiß immer weniger, was “sonst so” los ist, angenehm.

    Wieder im Lotto gewonnen, 15,70 Euro.

  • Montag, 5.9.2022

    20:18h. Der Himmel tief, wie eine Zwischenebene. Eine Ruhe herrscht. Die vor einem Sturm?

  • Freitag, 2.9.2022

    THE GREATEST ART IS TO ENDURE

    Sie haben die domain september.com betreten.

    Nun also doch, leider: Hasret hat das Tantuni-Haus verlassen. She literally left the building. Aber nicht in die Türkei, denn da würde sie eine Haftstrafe erwarten, wie sie mir erzählte. Wow. Mittwoch ging ich also nochmal hin, es war ihr letzter Tag dort. Vorher überlegte ich, ob und welche Blumen ich ihr mitbringen sollte, und dann entschied ich mich im letzten Moment nochmal um. So macht es am meisten Spaß. Eine raffiniertere Geste musste her, etwas, dessen sog. Wert sich mehr aus der Beziehung zwischen ihr und mir ergab, erst dadurch offenbart, fand ich. Dann sah ich es plötzlich ganz klar vor mir. Und so besorgte ich drei Tafeln der EXCELLENCE Schokolade, weil ich es seinerzeit gewesen war, der bei ihr das Feuer für dieses Top-Produkt entfachen konnte, ich sah es einst, wie ihre Augen funkelten beim ersten tasting. Oben drauf  klebte ich von Tedi eine große und angenehm trashy funkelnde rosa Schleife mit dem Schriftzug Happy Birthday . Das Geschenk hat sie sehr erfreut.

    Nun war also das Zeitalter der Frauenherrschaft im Tantuni-Haus vorerst beendet. Neue Männer würden den Laden übernehmen. Dafür bin ich vielleicht nicht bereit. Dass die Frauen es ernst meinten mit dem für ihre Gäste sorgen, das sah man schon daran, wie die Teller zubereitet wurden. Die Salate waren wie kleine Gärten, die von zwei kleinen Gürkchen bewacht wurden. Ich wette, die Männer tun nur ein Gürkchen drauf. Elohim wurde zu Jahwe, Raider zu Twix und wieder zu Raider, jaja, ich verstehs schon.