HÖHLENBAUEN
Fuhr erst am späteren Nachmittag ins Atelier. Wie in einem Wettlauf, mit dem aufziehenden Gewitter, packte ich den Rucksack, schaute dabei ab und zu nach draußen, wie auf einen Verfolger, den ich hinter mir wähne–wie weit ist er schon–ich seh seinen düsteren Schatten ganz nah. Wollte aber gar nicht schneller sein. Ich wollte hineingeraten–das habe ich dann selbst gemerkt. Vorfreude auf die kühle Luft kam bei mir auf, auf die Gerüche, die der Schauer mit all seinen Wassern schäumend aus den Ritzen spülen würde. Auf das dunkle Cape, das jetzt herabsank.
Auf Regenradar war eine dunkelblaue, schleichende Fläche zu sehen, in ihrer Mitte ein violetter und länglicher Kern, creeping towards Betlehem. Draußen, die ersten Botentropfen fielen, hatte sich der Himmel schon fast vollgesogen mit einem wunderschönen Grau, in dem so viele Farben wohnen, bedrohlich und tief. Die Reste des bisherigen Tages verschwanden. Anderes Licht fiel auf die Dinge. Und die Dinge sahen nun anders aus. Jedem, dem dieser Tag bis zu diesem Zeitpunkt wie eine Niederlage vorkam, war nun die Möglichkeit eines Sieges gegeben. Neu.
