TANJA
Männlich, schmierig, Ende 40 Anfang 50, ölige, lange schwarze Haare, am Hinterkopf licht und strähnig—denke an den Herbst, trockene Ästchen und kahle Büsche, denke an Algen am Meeresgrund, träge in der Strömung, gen Boden gedrückt—all das zu einem Zopf gebunden, und ich erkenne jetzt in seinen Händen das gleiche Phone, das sich auch Eric gekauft hat, er hatte es mir neulich noch gezeigt, koreanisch?, man kann es auseinander klappen, zwei Displays lassen sich zu einem grösseren, fast quadratischen auseinander falten. Ich lehne direkt neben dem Typen, und sehe jetzt, was er in den geöffneten Textverlauf tippt: Moin tanja, wie sieht es aus mit arbeiten und geld verdienen
Sagen der Zukunft
nicht ab.
Erstmal nicht absagen.
Ich sage an einem Punkt des Gesprächs zum Anwalt, Freitagabend vor der Galerie stehend, ich fühle mich oft wie ein Fremdkörper, und der Anwalt erwidert: ich fühle mich a u c h oft wie ein Fremdkörper, und er macht dazu so eine Handbewegung, die nicht blosse Zustimmung andeutet, sondern die exakte Formulierung dupliziert.
„I guess you have to be serious to make a painting“ DeKooning