• so, 1.6.2025

    ONE DAY, DURING 1900,

    Jetzt wird es wahrscheinlich schnell gehen. Die letzten vier Wochen hier. Und wie so ein Vorvergreister dachte ich eben: jetzt wird es wahrscheinlich schnell gehen. Und im berühmten nächsten Moment™ steht man wieder in der eigenen Wohnung, zwischen zwei Lidschlägen, und denkt: vorhin war ich noch dort gewesen.
    Ich sprach mir eben auch zu: be aware, lass es nicht zu sehr fahren, den Moment, die Momente, besonders die, die nicht voll sind mit ETWAS, sondern so einer wie jetzt gerade, wo der Wind durchs Laub fährt, mit diesem weichen Rauschen, die Spätnachmittagssonne ihre Position relativ zum Haus eingenommen, und ihr NOBLES Licht in Wellen auf das ganze Grün wirft, das ich hier, vom Bett aus, durchs Fenster des Schlafzimmers sehen kann, durch das eingebaute Fliegengitter. Ein eingebautes Fliegengitter, übrigens Quiet Quality – if there ever was one.
    Dann kam mit dem Rauschen der Einfall: Journal, jetzt.

    Seit genau zwei Jahren findet das Journal nun bereits hier auf der Webseite statt, ich habe es eben eher zufällig festgestellt, und dann ein wenig in den älteren Einträgen gelesen. Es kommt mir viel länger vor. Ich weiss nicht mal mehr, wer hier überhaupt noch liest. Niemand? Denkbar.

    Finanziellen Reichtum würde ich u.a. dazu benutzen, eine Art Leben in Bewegung zu führen, wobei ich mit Bewegung meine, dass man dort, wo man lebt, über Zeit nicht zu tief in gewisse Strukturen einsinkt. Und wenn man merkt, dass es diesen Aspekt bedroht, dann zieht man wieder weiter.

  • do, 29.5.2025

    GIROCOLLO

    Wie schon in New York im Januar liegt der Unterschied, die Stadt zu erfahren (Rom) im eigenen Auftrag. Ich bin ja eben kein Tourist (Das können Sie sogar im Internet nachschauen). Und so bewegt man sich dann auch durch die Stadt, ohne unter dieser Knechtschaft des konventionellen Erlebens zu stehen. Und plötzlich öffnet sich diese Stadt in seiner Normalität, wobei es bei so einer Stadt wie Rom eher keine Normalität im Sinne einer Stabilität gibt, oder? Stabil ist wohl, dass immer irgendwas los ist, und dementsprechend gehandelt wird. Darüber spreche ich auch mit Olaf, den ich in Rom treffe, z.B: Wo sind die Obdachlosen, die Junkies? Die Frage ist, ob in diesem heiligen Jahr, in dem zum eh schon wahrscheinlich geisteskranken Rom-Tourismus nochmal ein Faktor dazu kommt, die Stadt nochmal besondere Massnahmen durchführt. Dass man, wie in anderen Hauptstädten der heiligen westlichen Demokratien und Verteidiger der demokratischen Ideen usw. einfach Leute in Busse packt und sie am Stadtrand ablädt.

    An einer Ampel, gleich bei der Piazza Venezia, stehen drei Polizistinnen. Die eine ist ganz zart und klein und schlank, sie trägt eine Brille und hat eine sehr schöne Nase und ihr dunkles italienisches Haar ist zu einem Zopf gebunden unter ihrem Polizeihut. Obwohl sich ihr schlanker Körper auf fast niedliche Art fast verliert im generischen Schnitt ihrer Uniform, bin ich irgendwie ein bisschen verzaubert von ihr, subito, ich weiss nicht, warum, aber das ist ja auch Schwachsinn, sich zu fragen, warum. Warum warum – Warum schreibe ich denn „Obwohl“?
    Ich finde sie cute und sexy zugleich, sie sieht einfach auch zu bookish aus, um eine Polizistin zu sein, und das gefällt mir sehr, und ich werde, ganz automatisch, entschieden, schaue zu ihr herüber, um zu schauen, ob sie vielleicht auch herüber schaut. Das tut sie auch zweimal, und ich glaube, ich sehen in ihren Augen, dass sie…ja, wie beschreibt man das? „Nicht dienstlich herübergeschaut hat“? Ich weiss es nicht, it’s all vibes.
    Und dann gehe ich über die Strasse und erst jetzt kommt sie mir wieder in den Sinn, die süsse italienische Polizistin. Ich glaube, sie trug eine Pistole.

    Tags darauf mit T. von der Villa Massimo zu einem Marmista, am Friedhof San Lorenzo. Der Geruch von mit Hochdruckreinigern abgespritztem Stein, in den kleinen Pfützen feinster weisser Schlamm, Marmorstaub, Kalkstein, Sandstein, in der halboffenen Werkstatt ein weisser Schleier auf allen Oberflächen und Geräten.

  • mi, 28.5.2025

    Update: 9 Postkarten!