OYSTER’S CUPPED MOTHER-OF-PEARL AND COOL SEAWATER
Plötzlich abstoßend warm. Was ziehe ich bloß an? Durch ein Stadt gewordenes, abtauendes Kühlfach lauf ich, es riecht auch so, muffig und gestrig, ranziges Wasser. Aus Trotz friere ich über diese 16 Grad hinweg. Isch bin frei. Dazu hat sich Wonder Boy von Arthur Russell jetzt tief reingebohrt, ich summe es in mich hinein, und das gibt es ja eben doch: Stille UND Melodie, gleichzeitig—you carry it with you.
Mein ehemaliger Professor (wie scheiße klingt das bitte) hat mich und eine Handvoll anderer ehemaliger Studenten (wie scheiße klingt das bitte) eingeladen, nächstes Jahr Kunst auszustellen im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen. Hat man also schonmal was zu tun.
Jetzt 11:12h, ich mache erstmal einen zweiten Kaffee.
12:43h. Tolle und kühle Doku über Freeports in der arte Mediathek. Ich würde wahnsinnig gerne einen Roman lesen, über diese “Nicht-Themen” (Herrndorf), über die Kunst und das Geld und die Geheimnisse hinter meterdicken Tresortüren und Gläsern. Müsste ich ihn selbst schreiben?
Deutsche Böllerträume