CHICKEN
“… darum hat adidas running fünf Millionen Gitterstrukturen untersucht, um das e i n e Design zu finden, das die Welt der Zwischensohle für immer verändern wird…”
Dietmar Darth-Vader hat doch diesen Roman, in dem Kunst vorbei ist. Vielleicht ist die deutsche Sprache auch bald vorbei: es geht nicht mehr. So als ganz natürliche Entwicklung. Was die Welt des Jahres 2037, zum Beispiel, was die Gesellschaft des Jahres 2037 will, das kann man in der deutschen Zunge nicht mehr präzisieren. Vereinzelt nur und selten, wie steinerne Windmühlen in der Flachheit der Niederlande, findet man hie und da noch eine Wendung aus der “alten Zeit”, “Gitterstrukturen”, “Zwischensohlen”, “migrantische Erfahrung”, oder “Pflaumenkuchen”. Und ich? Tiefer noch, tiefer denn je, dringe ich in die zauberhafte Welt HEGELS ein, und finde dort, was man bei Hegel eben findet: Power and Healing. Was machen wohl meine Freunde im SOHO-House Kabul grade? Nein, mit Hegel, das fang ich nicht mehr an in meinem Leben. Was aber anfängt, ist, dass die Nächte jetzt früher kommen, es dunkelt merklich früher, und auch im Licht findet eine Art Schichtwechsel statt, Gelbanteile im Blau verändern sich, Blauanteile im Grau wie eigentlich alles bei adidas running: im stetigen Wandel.
Phips sagt am Telefon, in der wiedereröffneten Neuen Nationalgalerie hängt Alexander Calder, aber es seien “so Wände” hochgezogen worden, damit die High Art Mobilées deutbare Schatten an eben jene werfen können. Ich glaub, nächsten Monat guck ich mir das selber mal an. Ich kann mich immer nur erinnern, vor der Baustelle der Neuen Nationalgalerie zu stehen, und es sah wie eine verlassene Filiale von Matratzen Concord aus. Während wir so telefonierten, dachte ich: komisch eigentlich, dass die Tonqualität von Handy-Telefonie so ausserordentlich schlecht ist, geisteskrank schlecht.
Die Hühner sind angekommen. Anbei ein iPhone-Video, das beweist: die Hühner sind angekommen.
Noch nie haben mich die Wahlplakate so TRAURIG gemacht, wie bei dieser Wahl.
Bret Easton Ellis interviewt, nein, spricht mit Douglas Coupland. Coupland wirkt unglaublich alt. Ist er doch auch, oder? Nein, eben nicht, Ellis ist nur drei Jahre jünger, aber der Unterschied ist hart, wie das so rüber kommt.