DIE GIEBEL VON MONMOUTH HOUSE DÜSTER IN DER FERNE
Mit das Erste, was ich heute Früh machte, war, über die regenfeuchte Wiese zu gehen, um das Vogelhäuschen im W’hovener Garten mit einer Schippe neuen Futters aufzufüllen. Dann ging ich wieder hinein, es war kühl und windig, und las weiter. Keine zehn Minuten waren vergangen, da piepte es tumultartig vom Vogelhaus her, und ich drehte mich um und sah, wie sechs, sieben dicke kleine Drosseln im Haus selbst, davor flatternd, sich wegschubsend, sich abwechselnd, auf die Körner und Würmer stürzten. Allen Vögeln war gemein, daß sie kugelrund waren. Das Stammpersonal, the home crowd.
Bevor ich weiterlas, öffnete ich die Instagram App. Dort teilten Leute Stories über Afghanistan. Ich verachte all diese Menschen dafür, daß sie scheinbar nicht mehr wissen, wo sie ihren Impulsen absagen müssten, ihrem Betroffenheitsexhibitionismus, der in mid air erstarrt und als unendlich hohles Ornament dort hängt, und dann ein schwarzes Loch reißt, in das fragile Gewebe, das man von mir aus Nächstenliebe nennen könnte. Als ob diese hypernervösen Leute alle gestern von den Bäumen gefallen wären, in deren Geäst noch die perverse Frucht der letzten Ablenkung hing. Auch das ist, man muss es so sagen, Teil des Sieges der Taliban: sie sind schlauer als diese von Narzissmus teilzersetzten Menschen. Das ist keine Meinung, das scheint mir ganz offensichtlich, denke ich jetzt.