• Dienstag, 20.07.2021

    STEINERNE FLÖTE

    Der Grund jeder Revolution – so der Dramatiker Sigmund Graff, damals, früher, lange her – sei eine Unzufriedenheit mit der Zufriedenheit anderer. Dann bin ich natürlich 1 Revolutionär. Wenn dieses Wort nicht so unendlich a l t und s c h e i ß e wäre, so hohl. Dann sag ich jetzt Dramatiker.

    Mareike schickt die Daten, die Fotos der Zeichnungen. Dieser eigentlich immer angenehme und “dem Werk zuträgliche” Modus der Entfremdung, wenn man das so als Foto sieht, im Foto. Als sei es da, ganz ohne mich, aufgewachsen, ausgezogen, zum Studieren nach Woandershin. Ähnlich wie das Passfoto, soll diese Reprofotografie, in jeder denkbaren Situation herausgezogen, eine adäquate Repräsentation dessen sein (theoretisch), wie die Zeichnung aussieht, egal ob es hagelt, wittert oder steint (hier dichtet der Dramatiker noch selbst). Durch diese eigentlich ja schon Gesetzmässigkeit zu nennende ANORDNUNG des An-weisser-Wand-hängend-abfotografiert gibt es den Effekt einer fast ewigen Kontinuität der Kunst: was Sie hier sehen, ist alles, was ist. Mit dem Licht wird ein bisschen getrickst. Aber mit Licht wird immer getrickst. Tricklichter beleuchteten sein Leben. Und der bronzene Schimmer des River Utah.

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  • Donnerstag, 15.07.2021

    1 BABYCCINO

    bestellen in meinem “Stammcafe” die Yogahosenmütter oder ihre meist durch Skater-Kleidung teilinfantilisierten Ehemänner, oder zumindest aber Väter des gemeinsamen Kindes, für eben jenes. Das ist warme Milch mit einer Milchschaumkrone oben drauf, was dann, klar, mit beiden Hähnchen zum Kindmund geführt wird, vom Kinde meist selbst. Ich muss zugeben, daß mir das Wort “Babyccino” sehr gut gefällt. Es ist niedlich und geisteskrank gleichzeitig. Sowas gefällt mir, leider. Ich würde fast mit Auflegen wieder anfangen, nur um mich DJ Babyccino nennen zu können.

  • Mittwoch, 14.07.2021

    DRAWING FRAUD – A CON MAN AND HIS PENCIL

    Alles Wasser, was man in Kalifornien bräuchte, kommt hier runter. Von schwerem Regen aufgeweichte Welt. Vielleicht fehlte das, hier in Deutschland, eine allgemeine, reale Bedrohung durch brennende Wälder, Feuerwalzen, die immer näher an die Städte heranrücken, die bodentiefen Fenster, vielleicht würde das helfen, dem Land hier diese Olaf-Scholzigkeit auszutreiben, diesen E-Roller-Flair, plastikbeschalt in den Trendfarben der Saison, und nicht so eine abstrakte Virus-Nummer, das die optische Welt betrügt.

    Irgendwo sein, um nicht darüber nachdenken zu müssen, warum man dort ist.

    Express.de: Beim IQ kann den Kölnern keiner was – und Frauen sind schlauer als Männer