STEINERNE FLÖTE
Der Grund jeder Revolution – so der Dramatiker Sigmund Graff, damals, früher, lange her – sei eine Unzufriedenheit mit der Zufriedenheit anderer. Dann bin ich natürlich 1 Revolutionär. Wenn dieses Wort nicht so unendlich a l t und s c h e i ß e wäre, so hohl. Dann sag ich jetzt Dramatiker.
Mareike schickt die Daten, die Fotos der Zeichnungen. Dieser eigentlich immer angenehme und “dem Werk zuträgliche” Modus der Entfremdung, wenn man das so als Foto sieht, im Foto. Als sei es da, ganz ohne mich, aufgewachsen, ausgezogen, zum Studieren nach Woandershin. Ähnlich wie das Passfoto, soll diese Reprofotografie, in jeder denkbaren Situation herausgezogen, eine adäquate Repräsentation dessen sein (theoretisch), wie die Zeichnung aussieht, egal ob es hagelt, wittert oder steint (hier dichtet der Dramatiker noch selbst). Durch diese eigentlich ja schon Gesetzmässigkeit zu nennende ANORDNUNG des An-weisser-Wand-hängend-abfotografiert gibt es den Effekt einer fast ewigen Kontinuität der Kunst: was Sie hier sehen, ist alles, was ist. Mit dem Licht wird ein bisschen getrickst. Aber mit Licht wird immer getrickst. Tricklichter beleuchteten sein Leben. Und der bronzene Schimmer des River Utah.
