A MESS ON THE STUDIO FLOOR
Freundlich strahlt mich der Morgen an. Die Sonne mit ihrer Zwangsstörung. The Nicest Terrorist. Ich beobachte jetzt auch bei mir, daß dieses ewige Podcasthören im Atelier irgendwann, nach X Einheiten, zu diesem Identifikationszwang führt: das und das ist OCD, hast du das nicht auch? Ja, hab ich, WAHRSCHEINLICH, auch, das klingt so – hier ist bisschen Depression, Angststörung (”Störung”, hart), diesen kognitiven Riss, diese perspektivische Schieflage, Versagensangst, dialektischer Terror (Stütze der Gesellschaft oder Metastase mit Beinen und Hochschulabschluss), Krankheit, Mangel, alle Begriffe und Phänomene aber dann doch, grundlegend: Gehirnprobleme. Es wird zuviel gedacht, sich vorgestellt, sich überidentifiziert. Ja, das habe ich verstanden. Man muss, SOLLTE, dem Informationsfluss, der diesen Gehirnproblemen ständig abstrakte Informationen zuführt, die man dann, Konstruktivist, der man nunmal ist, einbaut in die eigene “Geschichte”, aus dem Weg gehen, alle die Apps löschen, die einen unsinnigerweise in den Abgrund der Rumination ziehen. Echte Politik machen im Zeitbereich der privaten Welt.
IM ATELIER. Eigentlich stört mich schon das Wort “Atelier”, also was es mit welchem Klang beschreibt, und die Tatsache, daß ich es benutze. Ich benutze es, weil ich es besser finde als “Studio”. “Studio” können die Leute sagen, die ihren Boy- oder Girlfriend als “Partner” bezeichnen. Worte aus der kalten, der kältesten Warenwelt. Aber wie es anders als “Atelier” benennen? Ich würde ja sogar “mein Zimmer” sagen, so wie man als Pubertierender sich auf oder in “sein Zimmer” zurückzog, um dort diversen impulsgesteuerten Dingen in wirren, unerklärbaren Abläufen nachzugehen. Dann geht das auch noch mit dem Bruce-Nauman-Diktum – auf die Frage, woher man wisse, was denn nun und ob etwas Kunst sei: wenn man einen Raum hat, indem man Kunst macht, kann alles, was in diesem Raum entsteht, auch als Kunst bezeichnet werden. Warum also nicht auch die Probleme mit dem Denken?