• Sonntag, 27.06.2021

    THERE’S A MAN, IN BACK OF THIS PLACE

    Sonne und Angst

    Heute morgen war ich aufgewacht, und paar Minuten später wieder eingeschlafen, und träumte dann fast 2 Stunden heftig. Jetzt hier, im AFTERMATH, im Nachklang dieses Traums ist mir wieder klar, was ich an Träumen so verdächtig finde: ihre viszerale Wucht, die Kostümierung von Eindeutigkeit als Wirrnis, ihr merkwürdig verstärktes Signal, das so tief in den Kopf hinein reicht bzw. aus ihm heraus, als Angst in den Arm, als Sehnsucht in die Brust, als Wunsch in die Schultern, als die Summe der Gefühle gegen einen selbst. Schlimme Feinde, die das Leben in Finsternis hüllen wollen. Der von Wasser umschlossene Teil des Eisbergs, der tief zum Graben hin fällt, dem schwarzen Spalt im Boden, ebenfalls von Schwärze  umgeben, engulfed in darkness. Es ist übertrieben, ja fast widerwärtig spektakulär. Denke an diese Diner-Szene in Mulholland Drive – der Mann hinter der Mauer. To get rid of this god-awful feeling. Und ja, ich glaube, ich glaube an den Tod durch den Albtraum.

    Er isst immer das Gleiche.
    Brokkoli, Huhn und Reis

    Wenn die Weltzeit vorbei ist, dann kommt die Weltnachspielzeit, wegen den Trink- und Verletzungspausen, zB der zweite Weltkrieg usw.

  • Montag, 21.06.2021

    DIE SCHANDE VON GIJÓN

    Es klingelt. Es sind die Müllmänner. “Müll!” schreien sie manchmal hoch, ins Treppenhaus rein, bisschen im Sinne wie: “kein Überfall!”. Sie kommen in Frieden. Muss ich “Kunst!” schreien, wenn ich irgendwo hingehe? Ich mag die Müllmänner, sie sind wie Agenten, die eine unbekannte Instanz aussendet, dass die Welt doch weitergehen möge, IRGENDWIE, die Tonnen sind jedenfalls wieder leer für das Allerneueste aus der Sphäre der Lebenden: neuen Müll, der den alten ersetzt.

    Letzte Woche ein erstes Treffen mit Moritz, Sukultur/Metamorphosen-Moritz. Auf der berühmten Parkbank, im brühwarmen Abend, ich war schon etwas matt und durchgeschwitzt, aber mit Moritz war es ganz leicht, sich nochmal zu einem echten Gespräch hochzufahren, angenehm. Über die Kultur im Allgemeinen. Auch zB über den Bachmann-Preis, den, wie ich las – und der Name kam mir doch bekannt vor irgendwoher – eine ehemalige Kollegin von Bernd gewonnen hat. Frau Ebrahimi, ehemals Stadtrevue Köln. Wie wichtig mir das mal war, dieses Bachmann-Gucken, und wie absolut bedeutungslos es mir jetzt geworden ist. Völlig normal.

    Bewölkt, den Dämon Hitze ausgetrieben, aber es hängen noch Reste des Spuks in der Wohnung. Diese Wetterwechsel machen mich müd. Da drüben, in dem Blumenkübel leuchtet was ganz grell Orange und Gelb. Woran ich denke? An lange Tage in Wissant, ohne mein Leben, aber mit mir drin.

  • Mittwoch, 16.06.2021

    EURO 2020

    Cristiano Ronaldo hat am gestrigen Dienstag mit einer simplen Aktion, einer simplen Handlung, einen konkreten Einfluss ausgeübt, wie ihn nur wenige Menschen auf dieser Welt ausüben könnten: mit der demonstrativen Entfernung zweier kleiner Flaschen des Mega-Sponsors Coca-Cola, die neben dem Mikrofon, in das er gleich zur Pressekonferenz antworten sollte, aus seinem Sichtfeld. Die beiden kleinen Flaschen hatte er kurz zuvor mit einem abschätzigen Blick registriert, dann kurz überlegt, um sie dann zu nehmen und zur Seite zu schieben. Dabei blickte er kurz auf, in die für uns unsichtbare Runde der anwesenden Pressevertreter. Dann hob er die kleine Flasche Wasser, die er mitgebracht hatte, hoch in die Luft und sagte: “Agua!……Coca Cola, pah”

    Der Preis der Coca-Cola Aktie sank sofort um 1,6%, der Markenwert der Marke Coca-Cola sank von 242 Milliarden $ auf 238 Milliarden $, also 4 Milliarden $. Kein Künstler der Welt kann so einen Realeffekt erzeugen.