• Samstag, 07.08.2021

    IN DER HITZE TOKIOS

    Gestern, zum SPÄTEN NACHMITTAGE draußen mit Olaf, Kaffeetrinken, catching up, da, wo wir neulich noch, beim Aufgelege im Büdchen, nicht mehr weiterreden konnten. Eigentlich wollte er mir erzählen, wieso er wieder den Soul für sich entdeckt hat, wie das kam, nach all den Jahren, dass ihn das wieder so, ja, beseelte, ansprach, denn da am Büdchen hatte er mir stattdessen erzählt, wie diese kleinen Vögel vor seinem Fenster ihn in ihren Bann geschlagen hatten, und er da, Olaf, als Rosinenspender sich ebenfalls in die Miniherzchen der Minivögel reingefüttert hatte, und wir lachten beide ein bisschen, nicht höhnisch, sondern erfreut, wie doch so eine Isolationsphase den Blick auf alles LEBENDE vielleicht ein bisschen verschoben….sowas. Nicht immer zum Guten hin, auch klar (Stichwort Mitmensch). Die Vögel wurden etwas dicki, proper, und drehten ihre Gesichter jetzt täglich in seine Richtung, mit Forderungen nach mehr in den kleinen schwarzen Augen.

    Da sah ich mich auch bestätigt in der Idee zu der Ornamental Hermit-Reihe,
    zu diesen kleinen Textbildern, die ich seit, wie lange, 15 Monaten?,
    mache, da sich bei mir diese Berichte ansammeln, von allerlei Leuten,
    daß sich unweigerlich eine Schmuckeremit-artige Daseins- und
    Gedankenwelt aufbaut, mindestens aber eine Art Modus. Wie geht’s weiter mit uns?

    Gestern aber – da ging es um die Neubewertung, um ein von mir aus: analytisches Update, welche Menschen, in ihren scheinbar Charakter gewordenen Maschen und mit ihren lasch ausformulierten Lebensläufen einem ÜBER sind, die einen, und wahrscheinlich auch sich selbst, nicht mehr überraschen können, weil sie so traurige Automaten geworden sind (pandemic edition). Bekanntschaft, Freundschaft, das sind doch Spektren, die, obwohl man denselben Begriff benutzt, so viele verschiedene Dinge und Zustände sein, beschreiben können. Jetzt scheint tatsächlich kurz die Sonne, die verlogene Schlange.

  • Freitag, 06.08.2021

    LIQUID DEATH MOUNTAIN WATER

    Müdigkeit, mein Kanzlerkandidat. Legte mich um halb Zehn ins Bett, das Licht verschwand draußen sichtbar und merklich in edelstem Blaugrau, und dann dacht ich, ich bleib einfach liegen. Ich blieb, schlief ein, wachte auf, schwitzte, weil ich beim Bett neu beziehen das dicke Plummeau (Rheinland) wieder “reingetan”, wieder “draufgemacht” (?) hatte, schlief wieder, schwitzte wieder, im Halbschlaf nahm ich ein Handtuch und trocknete mich, zog etwas an oder aus, keine Ahnung, träumte etwas Wirres, wobei die Essenz war: eine strenge Instanz überwacht mein Tun, ich habe Angst vor dieser Instanz, und diese Angst oder Bedrohung ist das HAUPTTHEMA dieses Traums, toll, ganz toll, Danke Traum!, schlief wieder ein, und spürte ganz deutlich, wie dieser feine Schweiß die trennende Schicht war zwischen mir, dem Traum, dem kühlen Wind, der durchs gekippte Fenster kam, und überhaupt allem anderem.

    Pfirsich, du bist schön und geil, ich habe dich vernachlässigt viele Jahre, das tut mir leid, ich sag Sorry. Jetzt muss ich aber weiter, für die Grünen™ ein paar Ausländermänner aus Fotos rausschneiden wegen Feminismus 2021. LieGrü

  • Mittwoch, 04.08.2021

    ROT FÜR DIE WELT

    Nochmal: ich will keine existenzielle Malerei. Darum mache ich das auch nicht. Der Vibe geht g e g e n Pathos. Es ist auch kein “Statement”, nur weil da Text drauf ist. Der Text deutet bisschen das Tote an, das in den Lebenden mitlebt. Der Text – das können die Leichen, die Opfer sein, über die wir jeden Tag hinweg schreiten, die man schon gar nicht mehr bemerkt. Oder das ZU Lebendige, man könnte sagen: die Über-Erregung. Ich bin euer freundlicher Ermittler, mit dem Pinselchen. I know shit about fuck.

    Entweder der Mensch macht was, oder das Wetter. Dazwischen gibt’s, eigentlich, nix.