LET’S BURN WEBSITES
Da ist dieses eine Teilstück, direkt neben den Bahnschienen verlaufend, ein abschüssiger Fußweg von vielleicht hundert Metern, der herunterführt, dahin, wo die Subbelrather Straße den Mediapark vom Grüngürtel trennt. Gesäumt wird dieser Fußweg von Pinien, die jetzt, saisonal, ihren würzigen Pinienduft ausströmen, der ihnen wie ein unsichtbares, seidenes Cape umhängt. Der schönste und proustischste Geruch, den keine Menschenhand erzeugt.
Für einige Minuten, beim Beschreiten dieses löchrigen Pfades, lebe ich ein friedliches Leben in Spanien, es könnte 1997 sein, oder 1998. Das Internet bloß eine Option, die Welt noch nicht vollends und unrettbar “verbunden”. Sobald der anschwellende Autolärm den Pinienduft erstickt hat, setzt auch wieder dieses unwohle Gefühl ein, dass ich diese, die heutige Form von Gesellschaft und Leben, die dieser Anblick der von aufgeheizten Autos befahrenen Subbelrather Straße merkwürdigerweise ohne Widersprüche wie ein Symbol annimmt, als unangenehm und falsch empfinde. Wie ich schonmal schrieb: Darin leben nein danke. Aber ich habe keine Ahnung, wie man hier ohne Geld rauskommt. Alles, so scheint es, wird immer nur härter und kälter, und im Sommer spürt man die Kälte am meisten. Oft sprechen Leute, auch ich, vom Gold, dass die Sonne hergibt, ausgießt. Aber man könnte auch sagen, sie vergilbt alles bis zur Unendlichkeit, und was das ist, Vergilben, ist der Verlust von Ursprünglichkeit.
Zwei Notizen: ein Typ in einem T-Shirt, wo hinten drauf steht: KURZE RIPPE – Boxclub. Außerdem saß mir beim Kaffeetrinken ein älterer Mann gegenüber, der kurz wohl eine Shoppingpause einlegte, während seine Frau “schon mal vorgeht”. Er rauchte Zigarillos der mir bis dahin absolut unbekannten Marke WHITE SUMATRA. Über so einen Namen denke ich drei Tage nach.