PUBLISHING WATER
Bei herrlicher Morgensonne, gestern, lese ich: Giancarlo DiTrapano, founder and publisher of Tyrant Books, New York, has died. He was 47. Jede Todesmeldung a piece of realist writing. Grade bin ich noch in ausgedehnter McClanahan-Lektüre, stirbt auf einmal, im Schlaf, wie es heißt, dieser interessante Mann, Verleger, Initiator, ebenfalls aus West Virginia, wie McClanahan, und doch weiß ich wenig über ihn, ein paar Interviews, aber was muss man da schon groß wissen. Mir wäre lieber, andere würden stattdessen sterben.
Im Vogelhaus meiner Eltern ist die Hölle los. Jetzt kommen schon Tauben und picken die Reste von der Wiese. Meine Mutter ist schon einen Tag vorher aufgeregt, wenn ich zu Besuch komme. Eben fragte sie mich, ob meine “Ex” sich nochmal gemeldet habe. Ich sagte, nein. Und: “So sind die jungen Leute heute”. Sie schüttelt mit dem Kopf. Sie versteht die Menschen oft nicht. Mir geht es genauso. Menschen haben Gründe, dachte ich dann. Aber Gründe sind meist nicht viel besser als der ganze random Scheiß, sie sind lediglich verbalisierte Randomness. Weiße Löcher klaffen im Himmel.