DURCH DIE ELFRINGHAUSENER SCHWEIZ
Raus aus der Stadt, in der man lebt, und auf keinen Fall sterben will, rein in den Zug, durch den Regen, mal eben nach woanders. Dann stand ich ein paar Minuten später vor dem Bahnhof des Zielorts, blickte in die sich vor mir öffnende Schneise zur Fußgängerzone dieser 160.000-Einwohner-Stadt, sah Figuren sich unter einem alles Leben absaugendem Grau bewegen und fühlte, logisch, eine ganz besondere, deutsche Beklommenheit sich durch mich durchbohren. Der kalte und dünne Regen beglaubigte all das. We should never live this way.
Dann sah ich den silbernen Audi von Klaus, und ich stieg ein, wir waren zum Wandern durch die WÄLDER verabredet. Nachdem ich Hündchen “Tonki” kennenlernte, gingen wir los, durch tief vom Regen durchdrungene und aufgeplatze Landschaften, durch Morast und von Getier aufgewühlte Erde, über Stock und Stein, während sich Nebel vor das dunkle Grün schob. Moosflechten leuchteten fast neongrün auf dem glitschigen Gehölz. Bei schönem Wetter kann ja jeder, und das stimmte auch, denn wir begegnetem fast Niemandem in dieser schönen Landschaft. 19 Kilometer und viereinhalb Stunden später, zeigte Klaus mir noch etwas stolz den Zweitteich, in dem die von ihm geliebten Molche leben.
Außerdem kam Post aus Aberdeen, von Eirik. Wie ist es da wohl, in Aberdeen?
Heute morgen dann ein unrühmliches Telefonat mit Marc, der sich meine Luft anhören musste, die ich, als frustriertes Ventil, abließ. Aber ich kann nicht mehr zurückhalten, ich bin wütend und die Wut ist wie ein pinball, der durch mich durchtitscht, alle Organe berührt. Ich denke an meine eigene Zeichnung von vor ein paar Jahren: what is a man who stops venting his rage on paper?
Hopkins schickte ein Buch: Hernan Diaz “In The Distance”