• mo, 21.4.2025

    „ART IS WHAT WE DO, CULTURE IS WHAT WE DO TO OTHER ARTISTS“

    Die Vergangenheit. Sie wird hier bei mir, in meinem eigenen kleinen Artistic Program (Hell Yeah), einer Ent-nostalgisierungskur unterzogen (ich meine nicht die biografische Vergangenheit). Man hofft, in ihr vielleicht etwas für die Zukunft zu sehen, irgendwie gültige Relationen zu erkennen, und da dann vielleicht anzusetzen.

    Che bella giornata, übrigens. Der zweite Morgen mit Kaffee auf der Terrazza. Die Luft wird wärmer. Die Zitronen sind Pomelos. Gestern ein kleiner Spaziergang durch das Centro Storico. Brutal, wie das hier alles so sehr nach ITALIEN aussieht.

    Wie Marco neulich schon andeutete: der Italiener hat irgendwo immer eine Elektroheizung in Reserve stehen (siehe die staatlichen Heizperioden). Gestern fand ich die hiesige.

  • fr, 18.4.2025

    RADIANCE

    daß ein Mensch würde umbracht für das Volk.

    Karfreitag. Grosser Lacher am Morgen. Also lautlos, nach innen rein. Endlos nasse Tage, kalt, und seit gestern die Heizung abgestellt. Das ist—die Heizperiode—wie ich jetzt auch weiss, in Italien staatlich geregelt. Je südlicher es geht, desto kürzer die Heizperiode, sogar die Obergrenzen der Raumtemperaturen sind vorgeschrieben und bei Vergehen drohen Geldstrafen. Okay.

    Die letzten Tage musste ich viel an Basic Channel denken, aus dem „Nichts“ heraus, wie man sagt. Wahrscheinlich waren es die Nebelschwaden, die zu mir sprachen. Und jetzt lehne ich mich auch ganz bewusst hinein, während eine Regenfront nach der anderen anrollt und ihre Schleier mitbringt, die Winde plötzlich lospeitschen um genau so plötzlich wieder zu verschwinden. Die Neumann KH 80 DSP Studiomonitore, die ich hier vorfand und nun aufgebaut habe, formulieren diese Musik auch auf eine Art, die man nur als „angemessen“ bezeichnen kann.
    Die Leere, die ich hier—ich bin jetzt sieben Tage oder 168 Stunden hier—empfinde, ist keine leere, ich würde sie eher als ein in Limbo deuten, ich weiss noch nicht, wohin es geht, und die Träume werden zunehmend wirrer.

    Die erste Woche ist also rum. Sollte ich nicht eigentlich „Bilder“ machen? Ich sass die meiste Zeit am Klavier. Ein Bechstein mit schönen Mitten und Bässen.

  • mi, 16.4.2025

    OGNI GIORNO QUALCOSA DI NUOVO

    Gestern ging ich am Vormittag den Hang in Richtung Bosco etwas weiter hoch, sah mir das Terrain rund um die Dichterklause an. Die Erde dort war, nach links hin, etwas aufgeworfen, Eicheln lagen verstreut herum, aber deutliche Wildschwein-Spuren waren für mich nicht zu erkennen. Später am Tag sollte ich die Wildschweine aber tatsächlich kurz sehen, erwischen vielmehr, jedoch auf der linken Seite des Hangs, als ich ins untere Geschoss gehen wollte, und grade um die Ecke zur Aussentreppe abbog. Verhuschte Konturen. Vorgestern konnte ich sie zum ersten Mal hören.

    Ich möchte die Funktion am iPhone, dass ich bestimmte Emojis unterdrücken kann, dass sie mir nicht a n g e z e i g t werden. Von anderen. Es gibt, spüre ich, bei mir eine Thumbs-Up-Schwelle. Wenn diese überschritten wird, kann ich für nichts mehr garantieren. Moronic Gestures Of The 21. Century.

    Pflanzen hier ums Haus, die ich mir von PlantNet bisher identifizieren liess: Banksrose, Schwertlilie, Dolden-Milchstern, Rosmarin, Lorbeerbaum, Sauerklee, Blaurote Steinsame, Borretsch und Persischer Flieder.