LARRY FLYNT, PORNOGRAPHER AND SELF-STYLED FIRST AMENDMENT CHAMPION, DIES AT 78
Minus 6 und kristallinblau der Wintermorgen. Weit hinten, am Horizont, wo die Naht der Steppe verläuft, da sehe ich die Wisent grasen.
Obwohl ich so einen schönen Morgen schon kenne, will ich niemals nichts von ihm wissen. SO lebe ich, und SO ist der, der mit der Kunst rummacht. Aber wie leben die anderen? Gestern zu Fuß ins Atelier, wie im letzten Frühjahr und Sommer. Draußen waren Menschen, vielen steht der Wahnsinn deutlich im Gesicht. Keine Maske kann das verstecken, keine PFC-freie Funktionskleidung mit wasserabweisendem Finish den Eindruck trügen. Die Hunde scheinen dafür umso glücklicher. Und die Rotkehlchen. Die sah ich höchstselbst, Donnerstagnachmittag, im Garten meiner Eltern, sich dem immer gut beladenen Vogelhaus so tänzelnd nähern, und man sah einfach: da war eine Bombenlaune da, bei denen.
Ein Langzeitgedanke: das ganz ganz Grausige, das ist eben oft, leider (oder nicht leider) das ganz ganz Komische. Leute, die das ganz ganz Komische im ganz ganz Grausigen ablehnen, weigern sich im Prinzip, ihre Hemisphären im Schädel ein bisschen frei arbeiten zu lassen, dabei zu beobachten, wie sie eben noch gegen- und dann zusammenarbeiten. Sich selbst als große Instanz der Steuerung zu ernst zu nehmen: PROBLEMATISCH.
Er starb
wie er lebte
Unersättlich am werten dran