• Dienstag, 08.12.2020

    NAN DESU KA? WER BERÄT MICH?

    Jetzt schon 10:46h, Zeit, sie drängt, hält keinen Abstand.

    Von 2020 (jeder weiß, was damit gesagt ist) mal abgesehen. Die Energie, die jeden Tag, immer und immerzu aufzubringen ist für die Erledigungen und Besorgungen und Verabredungen des sog. täglichen Lebens (vom ganzen Apparat, der nur das EINGANGSSIGNAL verarbeitet, mal abgesehen, dazu mehr in der nächsten Folge der Fuck- and Artboi Show) – ja, meine Frage war: muss man sich mehr dieser Energie zuführen, wenn scharfe Dezemberwinde und dunkle Tage auf einen einprügeln, die große Kälte alles einhüllt in ihren großen Kältesarkophag –

    vielleicht sind es dann doch eben die kleinen Kanäle und mittleren Schleusen, durch die hindurch diese Energie fließt, zu einem hin. Freilich: der Spaß ist kurz, it ebbs and flows, und diese Wege muss man sauber halten, Blattwerk und Unrat entfernen, mit dem Rechen durch den Schädel und das Herzerl, bittschön. Sonntagabend, beim Freund und Kollegen Scheibler (suchen Sie, lieber Kunde, noch ein Geschenk? Schön, dass Sie uns Ihr Vertrauen geben. Ich habe etwas für Sie, das sollten Sie sich ansehen: https://www.verbrecherverlag.de/book/detail/720), das war so ein Moment, so in Form von ein paar Stunden, und neben dem Röggelchen mit Käse und Senf und dem einfach unfassbar guten japanischen Sampler, eingehüllt und verpackt in diese Sinnesreize, von allen Seiten kommend – geht das eigentlich verloren, diese Fähigkeit, sich das alles selbst erzeugen zu können, immer geht so viel verloren, oft gut so, klar, aber auch andererseits?

    Wie ich da den peachy Schäfchenwolkensky abfotografierte am Freitagnachmittag um 16:34h. Bilder ohne Erinnerung, darum macht man’s immer wieder.

    Peter Altmaier: “Einkaufen ist eine patriotische Aufgabe”

  • Donnerstag, 03.12.2020

    AS A NOTED IMPROVISOR ON PERCUSSION AND PIANO

    Noch vor dem Kaffee ging ich hinaus, einen neuen Monolith aufzustellen

    Es war jetzt auch optisch kalt geworden, eine dünne weiße Schicht von Frost, morgens, in the Western World. Heute wiederum ein pinker Leuchtstreifen, der hinter dem Gebäude hervorkam, die fleischige Zunge einer Kuh. Wenn ich – noch vom Schlaf betäubt – lange genug in dieses Pink schaue, und das Blau, das es umgibt, kann ich die ganze Welt sehen, jedes Leben, wie es sich hinter der Krümmung erstreckt. Ein an die Tiefe der Farbe gekoppelter Eindruck von Ganzheit. Ich glaube, das ist normal.

    Pippo versuchte ich gestern über direct messaging darzulegen, dass mir nicht ganz klar sei, ob der Reibekuchen-Wagen im Winter einem anderen, nunmehr zweiwöchigen Rhythmus (oder was) folgen würde, und ob man sich heute zu ein paar Reibekuchen würde verabreden können. Er berichtete von hundertmeterlangen Schlangen vor Reibekuchen-Heinz, aber ich weiß jetzt nicht mehr, auf welchem Marktplatz man Reibekuchen-Heinz finden kann. Grünkohl mit Mettwurst und Senf fällt ja dieses Jahr leider aus.

    Am Wochenende nahm ich von Zuhause meinen alten Fanghandschuh ins Atelier mit. Jetzt werf ich, in Pausenphasen, immer wieder mal den Tennisball gegen die Wand und fange ihn mit dem catcher. Das befriedigende Gefühl, wenn der Ball nahezu lautlos in den Korb fällt. In diesem Vehikel aus Kunstleder mein 20jähriger Schweiß. Bauer Reactor 5.

    Notiz für uns Class-Reductionists: I find it credible that, on average, Biden voters have significantly
    higher incomes than Trump voters.  And if you assume that people’s
    incomes are highly correlated with the value of what they produce, then
    it becomes likely that, on average, Biden voters produce output that is
    more highly valued in today’s economy.
    (askblog)

    Gekauft: Eiko Ishibashi – The Dream My Bones Dream (Drag City, 2018)

  • Dienstag, 01.12.2020

    ENTENPFUHL

    In der telefonischen Warteschlange der Künstlersozialkasse: An der schönen blauen Donau

    Blau und schön ist nicht da, draußen ist The Void, und da regnets heraus, nieder auf die sich durch den Deutschdunkelwinter schleppenden Menschen.

    Jetzt aber weg vom Monitor, raus in genau dieses Wetter. 15:59h.

    Jim O’Rourke: The Ground Below Above Our Heads