ROTDROSSELN SINGEN UNVERDROSSEN
Über der Stadt hängt eine den Horizont füllende graue Marmorplatte, man kann sich den Kopf daran stossen. Die Kälte, schon durch das Fenster sichtbar, mit bloßen Augen, mit den blanken Knochen. Die Bäume im Innenhof nur noch mit gelben Fetzen behangenes Lumpenproletariat. Eine der Lilienblüten ist aufgegangen, sie steht oben auf dem Verstärker, schaut von oben auf mich herab, kein Urteil kommt aus ihrem Kelch. Bürotag? Ich weiß noch nicht, ich will mich nicht festlegen, will die Unruhe annehmen.
Wolfgang Streeck sprach: über die Überforderung der Staaten, über Deutschland, das Frankreich braucht, um mit der Rolle der Finanzhegemonie “klarzukommen”, über die EU, über die unglaubliche “monarchisch”-strategische Intelligenz der Kanzlerin, über GELD. Dabei hatte ich vor mir, auf dem Brett, diverse Grüns liegen, denen ich meine ganz eigenen Abkommen abzuringen hatte. So war es, so die Wahrheit des gestrigen Tages, die hinzuschreiben ich als Chronist meine Pflicht nenne. Ich weiß – ich wollte ein bisschen kürzer treten mit der Bolletik, aber noch fünf Minuten, Mutti.
Kann der steinhart getrocknete Regenbogen-Bagel zur Skulptur werden? Im Bücherschrank im REWE an der Körnerstraße: Don DeLillo “Falling Man”.