SHELTER-IN-PLACE-SPACE
Gestern, am Tagesrand, wo ich innehielt um kurz mich umzuschauen, da war es mir überdeutlich vorgekommen, zum ersten Mal jetzt richtig in diesen ZEITEN, wie gestaucht, komprimiert, verengt mir die letzten Tage geworden waren.
– Was habe ich eigentlich GETAN heute? Alles, wie auch sonst, hast du das schon alles vergessen?
Nein, nicht vergessen. Aber es fehlt einfach das Soziale, das Nicht-machen, um es als Differenz daneben halten zu können, um sich vom anderen in das andere locken zu lassen, raus aus der ganztägigen Ichheit, von Arbeit, von Gedanken, von Kummer und Schwere usw. Das Soziale ist nicht nur aus der öffentlichen Sphäre, es ist auch aus den Köpfen der Leute entwichen, man hat vernünftigerweise akzeptiert, dass man Menschen jetzt grade nur auf der Straße trifft, in Geschäften, eingebunden in das Übergeordnete, in das Trotzdem-das-Beste-draus-machen. Es strengt an, und so schön das Alleinsein auch ist (”Allein ist’s ohne jeden schön”), mir ist es grad deutlich, dass es etwas noch Richtigeres gibt – da draußen. Sicher, kannst mal ne Stunde spazieren gehen mit wem, aber auch das ist grade natürlich überkuratiert, es ist nicht die Fortsetzung von normie, wie man es noch vor März in seiner ganz natürlichen alltäglichen Normiehaftigkeit kaum beschreiben konnte.
Wahrscheinlich ist Erwartung das Problem.
I’m your butterfly
Sugar baby
Achso, und wie arbeite ich an gegen das Obige? Ich nehme die schönen, farbigen Sennelier Ölstifte in die Hand, reibe und massiere die Farben ins Papier hinein, und so sehr ich eben nicht weiß, warum es jetzt Landschaften sind, zu denen ich mich angenehm agitiert fühle, so sehr vermute ich auch: in diesen Landschaften hole ich mir das, was mir die Tage verwehren, oder was ich zu sehen nicht imstande bin.