• Dienstag, 29.12.2020

    NOTIZ AN SELBST MIT KOTHÄNDCHEN GESCHRIEBEN

    Die Konfusion über die eigene Arbeit als eben die Normalität, als die normale Folge empfinden, die sie ist. Es ist eben nichts Schlechtes, nichts BEZEICHNENDES  (in diesem Sinne), als vielmehr das Wissen darum, dass man nichts mal eben so hinwichsen kann, dass man meint, man könne Routinen und Instinkte und Fähigkeiten punktuell und synchronisiert und in allgemeiner Gelungenheit abrufen und hinführen zu einem Ding, welches dann ganz besonders gelungen erscheinen sollte und MUSS, wie man sich ja dann, wahrscheinlich (?), einbildet. Man will etwas, man will etwas von sich, und man will etwas von dem, was es sein soll – aber dieser Intention gegenüber steht die Erfahrung, sich eben genau nicht zu sehr gewahr zu sein, was gemacht wird. Und oft fällt mir dann noch zu ganz später Stunde der Entstehung auf, dass es einen Unterschied gibt, zwischen joy und pleasure, dass der eine Zustand eine sich stetig erhöhende Schwelle in sich trägt, die überschritten werden muss, dass sich das GATE öffnet, und der andere Zustand ist nicht so gierig, nicht so verschlingend und verbrennend, leichter herzustellen, dafür weniger angereichert in Empfindung, Gefühl, Belohnung.

    Ungefähr so. Mir ist aber auch schwindelig heute Morgen.

  • Sonntag, 27.12.2020

    HYMNEN FÜR DIE WEIHNACHTSVESPER

    Drei Tage vergehen, und es ist, als starre man auf den ominösen grauen Fleck an der Wand. Angenehm. Aber auch ein Hinweis darauf, dass es im sog. nächsten Jahr wieder neu losgehen muss, von Neuem, von Vorn. Stunden auf Youtube über Sidechaining, Mid/Side EQing usw., überhaupt Schritte und Techniken, die ich bisher in Ableton nie wirklich angewendet hatte. Die letzten Seiten von American Psycho. Scott McClanahans Sarah liegt hier auch, ganz in Gelb, Geschenk von Friederike. Oliver schrieb mir gestern, die japanische Compilation sei bei ihm angekommen, die wolle er mir schenken, auch darüber freue ich mich extrem. Über Ann Wilson & The Daybreaks komme ich auf den Kearney Barton Sampler. Die Nachbarn sammeln ihre riesigen, leergesoffenen Fanta- und Colaflaschen in einem ALDI Kunstfaserbeutel, den sie VOR ihre Wohnungstür gehängt haben, als sei man stolz auf die vernichteten und vulgären Mengen von Zucker, der blockiert und aufputscht gleichzeitig, der diese Menschen in ihre Spannung versetzt, über die sie selbst, offensichtlich, nichts wissen.

    Ich liege hier auf neuem Kissen und Matratze, die ich von meinen Eltern geschenkt bekommen habe, es ist Sonntag, böig, grau, die Zeit, es ist 12:42h. Seit 9 Monaten, 2 Wochen, 2 Tagen, oder 41 Wochen, 4 Tagen oder 291 Tagen sind COVID TIMES.

  • Montag, 21.12.2020

    GREAT STROKES

    Eine Woche des Nichtstuns. Ich verfrachte meinen Körper ins Atelier: er will nicht, er steht mit dem Arsch an der Heizung. Mechanisch werden einzelne Bewegungen ausgeführt. Auch der Geist sendet nicht viel, will vielleicht sagen: lass gut sein, grade läuft jeder Gedanke gebündelt, wie ein einsamer Laser, direkt hoch ins All. Um darüber nicht unzufrieden zu werden, und damit man sich nicht in einer überkritischen Haltung gegen sich selbst wendet, erinnere ich mich: es kommt schon. Im Rucksack griffbereit, wie als Schwester dieses Gedankens: eine Kombizange.