• Freitag, 11.09.2020

    DUNE 2 – NOCH 1 WÜSTENPLANET

    Das Datum. Ich habe grade mal nachgesehen: Osama bin Ladin ist auch schon 9 Jahre tot. Irgendwo hier, in den Dünen meines Desktops, da habe ich eine Liste mit den Büchern und Filmen, die man bei Osama gefunden hatte, in seinem sog. compound. Eine meiner ersten, ORDENTLICHEN Arbeiten hatte ich über Bin Ladin gemacht, bzw. nein, über Geronimo, einer aus der Stammesgruppe der Apachen, und dessen Name dann weltironischerweise vom US-Militär für die Aktion in Abbotabad ausgewählt wurde, und worum ging’s mir da? Um Sprache, Worte, und wie man sie dreht und wendet, und wie sie keinem richtig gehört, sondern immer allen, auch gleichzeitig. Gleichzeitigkeit, das wissen wir aus der Fachlektüre, war auch das Thema des jungen, kubistischen Duchamp gewesen. Auch er ist tot, 52 Jahre.

    Achso: Volker Panzer starb am 13. August diesen Jahres. Der humanistische Joe Rogan des deutschen Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens. Sogar die schematische Idee der man cave, sie war als Andeutung, als fake Kaminfeuer und kleiner Bücheranrichte schon da gewesen, bei ihm, im Nachtstudio. Ich hab das immer gern geschaut, in den formativen Jahren, Harald Schmidt, Nachtstudio, und ich glaube, so ein- zweimal im Jahr schaue ich mir immer wieder mit Vergnügen die Dreierreihe mit Goetz und von Uslar an, im doch recht seriösen media content Archiv YouTube, das, ähnlich wie “Geronimo”, zu wenden und zu drehen ist, wie’s einem gefällt. 

    Wisst ihr noch, die Welt, die Zeit, in der Matthias Matussek Kulturmacher beim SPIEGEL war? Antwort: 2007!

    Warum heute so den Blick über die Schulter nach hinten? Ja, weiß nicht, das macht doch Spaß manchmal.

    Forever on the make

  • Dienstag, 08.09.2020

    WEIL MAN VON DER KUNST INFORMATIONEN ÜBER DIE GEGENWART ERWARTET, ZU RECHT

    Mein Engelhoroskop
    kann mich reich machen

    Also, schöne Eröffnung war das, die Aufmerksamkeit, die Nüchternheit. Im wörtlichen Sinne sensationell nüchtern – man saß und stand ja da bei Tageslicht vor oder in der Galerie, oder sonstwo, alle schienen fast ein bisschen gierig nach zielgerichteter Konzentration, nach etwas anderem als der eigenen kleinen Welt (die sich ganz natürlich irgendwann als solche einstellt), nachdem wir uns alle jetzt monatelang weggeschlossen hatten und man so mit Fäustchen in der Tasche der neuen Diskursinfantilität ausgesetzt war, die manche, ich habs ja gesehen am Wochenende, richtig hungrig gemacht hatte auf den schönen Rübenacker des REALEN Erlebens, realen Sprechens, in einer echten physischen Gleichzeitigkeit, und man sah sich dabei sogar in die AUGEN. Wisst ihr noch, Augen, dem offiziellen und einzigen Outpost des Gehirns? Und jeder brachte seine mit.

    Für die Statistik: auffällig, wie vor allem, na eigentlich ausschließlich Frauen, zwischen 19 und 70, mir locker und aufrichtig interessiert Fragen stellten, zu Charles Manson, ja zu allem, was da ausgehangen und ausgelegt war. Männer fragen wenig, sie bewegen lieber die Hände irgendwie herum und nicken dann.

    Nochmal wegen Saufen: dadurch, dass dieses abendliche Bier-Wein-Ausgeschenke eigentlich komplett ausblieb, blieben auch diese ganzen traurigen Trink- und Schnorrrkreaturen weg, die man schon so von weitem heranschlaffen sieht, und die sich dann nur am Getränketisch kurz aufrichten. Auch super angenehm, dass einem diese ganzen Performances der Nacht erspart blieben. Vielleicht macht das ja die Seuche: eine Renaissance des TAGES.

  • Freitag, 04.09.2020

    POISED AND HARD, BUT DREAMING AND INNOCENT

    Etwas erleichtert aufgewacht. Irgendwann fand ich dann Schlaf. Es ist ja immer noch Seuchenzeit, darum sind hier persönliches Befinden und größere soziale Verantwortung in einem nicht pathetischen Maße gegeneinander abzuwägen usw., alles kein Witz auch, das ist es ja.

    Jogi Löw gestern als Mireille Mathieu an der Seitenlinie. Was geht mit ihm?

    Wetter: Craig Kupka – Crystals: New Music for Relaxation 2