WURDEMANN’S PFEFFERMINZGARNELE
Am Dreieck Budapester Straße-Kurfürstenstraße-Nürnberger Straße stand früher das Hotel Eden, an der historischen Adresse Kurfürstendamm 246/24. In den Wohlgesinnten von Littell kommt das Hotel mehrmals vor, und kurz nach einem der zahlreichen nächtlichen Bombenangriffe der Engländer auf Berlin, findet Max Aue dort seinen neuen georgischen, aristokratischen Bekannten in den Ruinen saufend vor. Ich weiß nicht genau, wie ich es BESCHREIBEN soll, aber mich berührt es immer wieder auf diese unheimliche Art, wenn ich diese Querverbindungen machen kann, sie sich herstellen lassen, wenn ich an Orten bin, über die ich gerade, mehr oder weniger zufällig, auch lese, und speziell Berlin ist für mich, erfahrungsgemäß, diese begehbare deutsche Welt. Einschusslöcher in Stuckfassaden, das hundertjährige Braungrau der Häuser usw., fühle mich sehr deutsch dann, auf diese eine, nicht die andere Art. Ist nunmal so. Wüsste gerne, was das ist.
Gegenüber des nunmehr nicht existenten, historischen Hotel Eden ist der Eingang zum Aquarium. Die prächtigen, fetten Koi-Karpfen im Nishikoi-Becken, auf das man im Empfangsbereich direkt zuläuft, scheinen trotz des unglaublichen Lärms und des Gewusels um sie herum geradezu ausgelassen, gutgelaunt. Sie lassen sich streicheln wie Hunde.
20:08h. Hier jetzt, zwischen Hannover und Luhmann-Stadt Bielefeld, silberne Wolken, von hinten gülden angestrahlt, a golden lining, wie bei Vallotton.