IN DOPPELTER HITZE
Gestern arbeitsbedingtes Tragen eines Mundschutzes bei bekannten Temperaturen über 6 Stunden. Unangenehm. Wahre Augusthitze. Fühle mit jedem, der….usw. Diesmal ja wohl wirklich: challenge accepted, haha. Noch eine A.R. Kane und eine Scott-Heron mitgenommen, ich kann nicht für immer keine Platten mehr kaufen.
Danach noch auf einen Americano (Campari, Martini Bianco, Soda) zum Runterkommen, dachte ich, dann aber ein Paar kennengelernt, am Nebentisch, Mitte 60, und innert anderthalb Stunden den ganzen dramatischen Bogen gemacht: erster Kontakt, zartes Kennenlernern, Was machen sie so, Woher kommen sie denn, Wollen sie einen Wein mit uns trinken, plötzlich an meinem Tisch, bis hin zu einem mich dann doch eher unerwartet treffenden Das kannst du nicht so einfach sagen bzw. Das ist das Überschreiten einer Grenze, zu Kann ich mich irgendwie entschuldigen und am Ende waren in gut zwei Stunden ein kleines zartes Pflänzchen zuerst niedlich aufgekeimt, sofern das in diesem Zeitabschnitt möglich ist, und dann war dieses Pflänzchen auch schon wieder verdorrt, und ich sah sie in ein Taxi steigen und davonfahren und ich schaute überall hin und nirgends. Dann wurde auf dem Heimweg versucht, bei immer noch 30 Grad seriös abzuwägen, wie viel man nun zu diesem Crash beigetragen hat und ob und wie und überhaupt. L. redet mir, nachdem ich ihr alles geschildert habe, am Telefon wieder etwas Vernunft ein, aber was bei mir hängen bleibt als stinkender Schlamm war der Vorwurf, ich würde als sog. Künstler bloß provozieren um des Provozierens Willen, aus einer sog. Künstlerattitude heraus. Ja, nee, es könnte nichts FALSCHER sein als das, aber gut, es ist wohl, dann doch irgendwie, wahnsinnig schwer zu vermitteln, dass mich so etwas überhaupt nicht interessiert und wer sich so einem Vorwurf ausgesetzt sieht, hätte enorm viel Arbeit zu leisten, dies zu widerlegen, und zwar: glaubhaft. In doppelter Hitze schlief ich schließlich ein.