KEYING
März. Merz. Lindenblüten.
Der dritte Tag. Mein Vater hat eine gesunde Farbe im Gesicht, er hat Geburtstag, und er hat schon bald den ersten Termin bei der „Herzsportgruppe“, und im Sinne einer Herzsportgruppe will auch ich mein Leben betrachten, von nun an.
Der Himmel hat auch eine auffällige Farbe im Gesicht, den ganzen Tag erwische ich mich dabei, ihn, eingerahmt von Fenstern, und sein ultraviriles Blau wahrzunehmen, zu betrachten, zu bewundern. Man MEINT, es ist hell.
Jedoch, ich erinnere kurz das, was Mr. Ingbretson neulich sagte, über solch optischen Phänomene, und was der MALER, der all diese Informationen zu übersetzten sucht, erkennt: der helle Tag, er ist eigentlich recht dunkel.
Unter ihm, dem proud blue, und mit ihm als Backdrop: die Welt als Skulpturenpark. Überall Kanten, die leuchtende Farbe von Schatten trennen. Am Wegrand, bei der Nikolauskapelle Stiefmütterchen, like a boy band.
Tage zuvor hatte ich bei Oxfam ein Kleidungsstück, das fürs Atelier gedacht war, gekauft, eins von diesen Ski-Oberteilen mit Reissverschluss, um es dann doch anzubehalten, es in die private Garderobe aufzunehmen, weil mir das Blau so gefällt.
Das Vertrautheitsuniversum