WO IST DER HALS VON KIM JONG UN
Deutschland am Tag nach der Arbeit. Hier, nachdem es sich eben kurz abgeregnet hatte aus einem unberechenbaren Himmel heraus, schneidet jetzt das Geräusch einer Säge in den Morgen rein. Rechts neben mir, auf einem Stapel Bücher, liegen mahnend zwei aus Katalogen kopierte Texte über David Hammons einer- und Michael E. Smith andererseits, und diese zwei Kopien sind originale Dokumente aus der nunmehr Geschichte gewordenen Pre-Covid-Era, also bevor….
Pre-Heute, am gestrigen Morgen, da hatte ich einen kleinen Schreck bekommen, einen Red Scare haha, denn mein MacBook blieb schwarz und tutete lediglich in noch nie zuvor von mir gehörten Tönen, als ich es aus dem Ruhezustand zu wecken versuchte. Angst. Aber auch: Erleichterung, denn jetzt war mein Leben ja wirklich zu ENDE und nicht fortzuführen (zeigt mit Tränchen auf den toten Computer, der toter als Dickmops Kim Jong nunmehr stealthgrau da lag und ewig schwieg….) Wider meiner Natur aber, schraubte ich das Dinge auf, zupfte hie und da ein paar Flusen heraus und pustete (ich weiß ja auch nicht, was man da macht), und betete zum selben Gott, zu dem auch die Ken Kesey-Spezialistin Lidia betet, hoffe ich. Und da ging’s wieder, und jetzt schreibe ich diesen Text auf der totgeglaubten Maschine. BackUp auch erledigt, ichbinguterjunge.
Gestern verlor mein Vater seinen zweiten guten Freund innerhalb weniger Wochen. Der eine starb an einem Schlaganfall, der andere ist gestern nach fast siebenwöchiger Covid-19-Erkrankung gestorben. Diese Realitäten, diese Begriffe. Woran ich denke: jeden Tag neu loslegen wie neu.