• Dienstag, 26.05.2020

    HEIDEGGER VS HEGEL #1

    Am Tage, als ich vom Tode Captain John Joel Glantons las, diesem bösen, bösen Texaner, dessen Kopf nun von der Axt der Yuma bis zum Halse gespalten – da traf ich auch Doktor Wüschner, Berlin. Richtig nice mauselten wir eine Pizza jeweils, es waren dies die ersten Restaurantbesuche der letzten Monate, und man trug sich, ohne zu murren, in diese Listen ein, und schon wenig später trank man eiskalte Peroni, die, so schrieb Moritz von Uslar einmal, “niemals weh tun”. Und so war es und ein Wind ging und die Wolken waren bedrohlich.

    Gegen den Zorn hilft: deine freundliche Welt INTERWEB: vom Kritiker David Rimanelli bekomme ich unbekannterweise dessen Zugangsdaten, um auf das Artforum Archiv zuzugreifen, geil, danke!, weil ich ihn ganz nett, in meiner netten Art, gefragt habe, ob ich da an seine Texte zu Mike Kelley kommen könne? Und er einfach “Hi”, usw. “Thank you very much”, “You’re very welcome”, so geht es eben auch, wenn man kann.

    Und dann hätte ich mich noch fast getötet, in dem ich Öl auf dem Herd anbrennen ließ, und eine robuste Stichflamme aus dem Topf schoß, wobei komischerweise nicht die ganze Küche in Brand geriet, aber der Rauchmelder für ein paar Minuten losschrie, und ich schon sah, wie die Umstände meines Flammentodes nunmehr als bloße Nachricht durch die Münder der Leute gehen würde, und wer wohl am härtesten heulte an meinem Grabe, aber es blieb beim Weiterleben, und eben der Erkenntnis, dass man nicht nur aus großen Teilen Wasser, sondern auch aus großen Teilen Idiot besteht.

    And they rode on.

  • Freitag, 22.05.2020

    A BIRD CALLED

    09:43h. -Heute hier das Gewölbe noch fahl wie altes Porzellan, der buchstäbliche Ernst des Lebens prangt oder was, gestern am FEIERTAG die heiße Sonne  – as if his counsel has been sought at its creation – Okay und los. Gleich Treffen mit Doktor Wüschner, aber jetzt denke ich noch ans Lincke-Ufer, und was sie wohl macht, grade. 

    Nachzuschlagen waren überdies:

    shale
    monocline
    turret
    cairn
    switchback
    guffaw
    carboy
    corral
    entablature
    pail
    quirt
    crevice
    carrion

  • Sonntag, 17.05.2020

    SIZZLE AT DAWN, TEIL 2 

    Beim Computerladen lautete die Diagnose “Arbeitsspeicher”, und für 180 Euro wurden mir 2×8 GByte RAM ersetzt. Erleichterung. Mit dem Einbau einer SSD Card könne mein altes Pferd sogar noch “fünf Mal schneller” galoppieren, so der Fachmann, und ich nahm es zur Kenntnis, um dann ein Foto vom grünen Wiesenufer gegenüber zu machen, das sich da unter dem mit Wölkchen verzierten Himmel ausrollte. Es sind diese All-Time-Classics des Anblicks. Und ich wusste auch, wem ich es schicken will.

    The mule sniffed the air and swung down an alleyway into a square where there stood in the starlight a well, a trough, a hitchingrail.

    Heute morgen aber blicke ich durch frisch geputzte Fenster, und muss jeden Satz in Blood Meridian zweimal oder dreimal lesen, weil es hier sprachlich eben 1849-mässig abgeht, way over yonder, bright as chrome in the pumice usw. Jetzt hängen hier 7 tote Babies in einem Gebüsch. Ok, ich mache mal eben Pause und rolle die senfgelbe Matte aus.