• Samstag, 02.05.2020

    WO IST DER HALS VON KIM JONG UN

    Deutschland am Tag nach der Arbeit. Hier, nachdem es sich eben kurz abgeregnet hatte aus einem unberechenbaren Himmel heraus, schneidet jetzt das Geräusch einer Säge in den Morgen rein. Rechts neben mir, auf einem Stapel Bücher, liegen mahnend zwei aus Katalogen kopierte Texte über David Hammons einer- und Michael E. Smith andererseits, und diese zwei Kopien sind originale Dokumente aus der nunmehr Geschichte gewordenen Pre-Covid-Era, also bevor….

    Pre-Heute, am gestrigen Morgen, da hatte ich einen kleinen Schreck bekommen, einen Red Scare haha, denn mein MacBook blieb schwarz und tutete lediglich in noch nie zuvor von mir gehörten Tönen, als ich es aus dem Ruhezustand zu wecken versuchte. Angst. Aber auch: Erleichterung, denn jetzt war mein Leben ja wirklich zu ENDE und nicht fortzuführen (zeigt mit Tränchen auf den toten Computer, der toter als Dickmops Kim Jong nunmehr stealthgrau da lag und ewig schwieg….) Wider meiner Natur aber, schraubte ich das Dinge auf, zupfte hie und da ein paar Flusen heraus und pustete (ich weiß ja auch nicht, was man da macht), und betete zum selben Gott, zu dem auch die Ken Kesey-Spezialistin Lidia betet, hoffe ich. Und da ging’s wieder, und jetzt schreibe ich diesen Text auf der totgeglaubten Maschine. BackUp auch erledigt, ichbinguterjunge.

    Gestern verlor mein Vater seinen zweiten guten Freund innerhalb weniger Wochen. Der eine starb an einem Schlaganfall, der andere ist gestern nach fast siebenwöchiger Covid-19-Erkrankung gestorben. Diese Realitäten, diese Begriffe. Woran ich denke: jeden Tag neu loslegen wie neu.

  • Donnerstag, 30.04.2020

    STORY DRIVEN BRANDING

    Die Sonne war in Kurzarbeit verschwunden, die letzten Tage immer wieder wie ein verdunkeltes Zimmer, in dem ich leicht müde wurde.

    Draußen an realsozialistischen Warteschlangen vorbei. 

    Als ich beim Thai am Abend essen holte, sah ich, dass auch die ganzen afrikanischen Boys, die die Drogen anbieten, richtig patente Mundschutze trugen, und ganz kurz, ganz kurz, war mir klar: ich weiß überhaupt nicht mehr, was jetzt eigentlich los ist. Nicht das allerschlechteste Gefühl. Mit sabotiertem Spirit trug ich den dampfenden Reis nach Hause. 

  • Freitag, 24.04.2020

    WAH GWAN WIT CHA BAD SELF?

    Gestern der Welttag des Deutschen Bieres (”1000 Jahre feinporige Blume”), der Welttag des Buches sowie World Copyright Day  ¯_(ツ)_/¯, ferner der Welttag des Labors. Und nachdem gestern also der Welttag des Labors in Pandemie-Zeiten fiel, folgt ihm heute der Internationale Tag der Abschaffung von Tierversuchen. So einen großen Weltgag kann man sich natürlich nicht ausdenken. Passend dazu folgt morgen der, Überraschung: Weltmalariatag. 

    Kraft meines Amtes erkläre ich den heutigen Tag außerdem zum African Roots Day