• Sonntag, 01.03.2020

    JETZT SPRICHT DIETMAR HOPP, DER ALS KANONIER AUF DEM FLUGZEUGTRÄGER ENTERPRISE ANGEHEUERT HATTE

    Liverpool suffer Sarr’s outbreak

    Goetz hat ein neues Theaterstück geschrieben, “Reich des Todes. Politische Theorie”. 

    “Politische Theorie”, das weiß der mitteljunge media-savvy performer of all sexes mit dem heißen Hippocampus, war die Formulierung, die Hannah Arendt wählte, als sie von Günter Gaus 1964 in seiner Interview-Sendung als “Philosophin” anmoderiert wurde. “Ich zähle mich nicht zum Kreis der Philosophen”, so Arendt hinzufügend. Ich mich auch nicht. 

    This journal is the work of a
    mature and confident sculptor. It was
    made in 1966, when the artist was 44
    years old, and after he had experienced
    modern life in all its richness.

  • Mittwoch, 26.02.2020

    ROBIN GUNNINGHAM PAINTER OF LIGHT

    Schnee, in extrem dicken Flocken, sehe ich das richtig? Ja, sie sehen.
    Fast neu das Gefühl von Zartheit am Morgen, geweckt vom Radiowecker, aus dessen schwarzer Plastikschale sanft Klassische Musik kommt. Den habe ich gestern reinstalliert hier, den Staub aus den Löchern und Ritzen gewischt, Geschenk meiner Tante von vor ca. 25 Jahren, funktioniert, Firma Grundig, Fürth, insolvent 2003. Lang lebe Grundig. Verdrängt werden soll das Mobiltelefon aus seinem natürlichen Habitat, dem verdammtnochmal Leben, dem meinigen, und so sollen fürderhin andere, ältere Apparate wieder die Funktionen einnehmen, die das Telefon einst…

    Im wie immer dichten und actionreichen Artikel von Kenny Schachter, diesmal über seine Erlebnisse bei und während der Frieze Los Angeles, bzw. Felix Art Fair, bei der er diesmal selbst als Aussteller tätig war, werde ich wieder, erfahrungsgemäß, sehr v e r w e i s g e i l, d.h. eine gewisse Freude glimmt in mir auf, wenn ich in einem Moment schon diffus ahne, was ich DANN GLEICH mit großem Interesse lesen werde und muss – wie aus einem Text der Sproß des anderen wächst. Müsste ich nicht essen und trinken und ab und zu Menschen anschauen oder mit ihnen reden oder sie gar berühren, dann könnte ich wohlmöglich einfach, immerfort, mich in den TOD hineinlesen. Aber so ist es halt dann doch nicht. Und das ist doch auch schön.

    Trauerarbeit heute heißt, dass die Leute ankündigen, einen Monat keine “social media” zu machen. 

    Jetzt, wo sowohl Jana Euler als auch Mathieu Malouf von Greene Naftali repräsentiert werden, könnte man doch eine Ausstellung machen, wo die Leute raten müssen, was von wem ist?

    Das Mysterium der Dead Kennedys ist gelöst. Mit Sascha rollte ich den Fall nochmal auf: also was war gegeben? Jackie Kennedy’s Mädchenname war Bouvier, wie Marge Simpson’s Mädchenname Bouvier ist, und Jello Biafra’s bürgerlicher Name ist Eric Bouvier – so war es doch, oder -und so konnte es doch nur logisch sein, dass Eric Bouvier aus Boulder, Colorado, der sich ab den späten 70er Jahren den Namen Jello Biafra zulegte – der Name allein eine gute Appropriation (also gute Kunst) – die Initiative hatte, seiner neuen Band den Namen Dead Kennedys zu geben. Sascha und ich spürten, dass wir ein großes Rätsel kraft unserer Geisteskälte hatten auflösen können, der Menschheit zu dienen letztlich. 

    Leider ist es komplett falsch. Ein einziger Blick in Wikipedia reichte, um zu sehen, dass Eric Bouvier Eric Boucher heißt, aber wir konnten nicht umhin, zu fühlen, dass wir der Welt eine bessere Wahrheit angeboten hatten, die nun an dunklen und nassen Felsen zerschellte. 

  • Mittwoch, 19.02.2020

    WAYS OF MAKING AND MAKING DO

    The business of A*R*T* is to blow shit up singen mir die tief fliegenden, dunklen Vögel zu, und Recht haben sie, diese tief fliegenden, dunklen Vögel, aber ich halte eine Vollmacht der Deutschen Post in der Hand, habe anderes im Kopf in diesem Moment, nämlich den Al Taylor Katalog bei der Wäscherei abzuholen, denn Al Taylor’s Zeichnungen und Skulpturen sind mein neuester crush in Sachen blow shit up

    Gestern erst, in der Museums-Bibliothek, wohin ich meine kleine Denk- und Kuckschule in diesen Wintertagen immer wieder verlagere, hatte ich einen anderen Katalog Taylor’s durchgesehen, war dabei schon angenehm angeregt am voran gestellten Essay von Robert Storr HÄNGEN GEBLIEBEN (was schreibe ich da: “hängen geblieben”, das ist doch Schulhoftalk von vor 25 Jahren) und eigentlich ist eben genau dieser schöne Moment von unspürbarem, also echtem Fleiß, dieses Fahren auf der Hypertext-Strecke… und so fand ich mich dann am Kopierer wieder, kopierte einen Text aus einem Buch, und wann hatte ich d a s zuletzt getan? Zufrieden übergab ich der Bibliotheksaufsichtfrau die 80 Cent, und ich fand: ein gutes Investment – und dieser crush endet nie – in Papier. 

    Mit einem Rettich groß wie ein Walpenis unterm Arm, stand eben mein Nachbar vor der Tür, holte mich gleichsam auch in die Realwelt zurück, denn ich hatte mich, wie vorher schon öfter, etwas in Google Streetview verloren. In besagtem Al Taylor Katalog fand ich ein Foto, wie er, Taylor, 1996 in seinem Atelier in Manhattan sitzt, den Blick auf eine große Straßenkreuzung hin gewendet, und ich wollte wissen, wie diese Straße, diese Kreuzung heute aussieht, was Taylor sehen würde, wäre er heute dort. Wenn ich es richtig einschätze, befindet sich in dem Gebäude, in dem sein Atelier war, heute eine Filiale der Bank of America.