THE MISSISSIPPI RIVER, YOU KNOW IT’S DEEP AND WIDE
Nachmittags, alles war bereits Nacht, lange Nacht, ging ich noch in den DM, da musste eine DM-Mitarbeiterin einen kleinen Dackel trösten, der voller Sehnsucht für sein Frauchen aufjaulte, an der Kasse standen die Leute und schauten schon rüber. Später kaufte ich noch ein Warmgrau, Preisstufe 2.
In der U-Bahn, vollgestopft mit Menschen, fiel mir ein älterer Mann auf, und das Gehirn meldete umgehend weiter: das könnte dein ehemaliger Mathe-Lehrer sein, Herr Schädlich. Er kaufte sich nahe der Haltestelle Kanalstraße ein Brathähnchen an einem Brathähnchen-Wagen, da passte ich ihn ab und er ging erst weiter, weil er dachte, ich sei ein Bettelboy oder was, haha, und ich verstand ihn, ich sah’s kurz von außen und mir schien klar, ja so muss es wirklich gewirkt haben, ich sprach ihn auch mit einem “Entschuldigung…” an, was natürlich absolut gefährlich offen formuliert ist, warum ich nicht direkt “Herr Schädlich..?” fragte, um direkt auch die Anonymität der Straße zu umgehen… keine Ahnung. Ich war etwas nervös, aber ich wusste nicht, warum eigentlich. Es war tatsächlich Herr Schädlich. Der fränkische Dialekt. Er fragte nach meinem Namen, aber er konnte sich nicht konkret an mich erinnern, was mich eher erleichterte. Ich sagte ihm, dass ich ihn immer mochte, was auch stimmt, dann kurzer Talk, er ist seit 2010 pensioniert, und ich wünschte ihm ALLES GUTE. Ich war fast ein bisschen neidisch, dass er da jetzt mit seinem noch dampfenden Brathähnchen in den ewigen Nachmittag der Pensionierung zurückkehrte.
Überall junge Erwachsene, aus allen möglichen Jacken- und Rucksacköffnungen lugen Babies heraus. Was ist denn hier passiert eigentlich?