• Mi, 27.11.2019

    THE MISSISSIPPI RIVER, YOU KNOW IT’S DEEP AND WIDE

    Nachmittags, alles war bereits Nacht, lange Nacht, ging ich noch in den DM, da musste eine DM-Mitarbeiterin einen kleinen Dackel trösten, der voller Sehnsucht für sein Frauchen aufjaulte, an der Kasse standen die Leute und schauten schon rüber. Später kaufte ich noch ein Warmgrau, Preisstufe 2.

    In der U-Bahn, vollgestopft mit Menschen, fiel mir ein älterer Mann auf, und das Gehirn meldete umgehend weiter: das könnte dein ehemaliger Mathe-Lehrer sein, Herr Schädlich. Er kaufte sich nahe der Haltestelle Kanalstraße ein Brathähnchen an einem Brathähnchen-Wagen, da passte ich ihn ab und er ging erst weiter, weil er dachte, ich sei ein Bettelboy oder was, haha, und ich verstand ihn, ich sah’s kurz von außen und mir schien klar, ja so muss es wirklich gewirkt haben, ich sprach ihn auch mit einem “Entschuldigung…” an, was natürlich absolut gefährlich offen formuliert ist, warum ich nicht direkt “Herr Schädlich..?” fragte, um direkt auch die Anonymität der Straße zu umgehen… keine Ahnung. Ich war etwas nervös, aber ich wusste nicht, warum eigentlich. Es war tatsächlich Herr Schädlich. Der fränkische Dialekt. Er fragte nach meinem Namen, aber er konnte sich nicht konkret an mich erinnern, was mich eher erleichterte. Ich sagte ihm, dass ich ihn immer mochte, was auch stimmt, dann kurzer Talk, er ist seit 2010 pensioniert, und ich wünschte ihm ALLES GUTE. Ich war fast ein bisschen neidisch, dass er da jetzt mit seinem noch dampfenden Brathähnchen in den ewigen Nachmittag der Pensionierung zurückkehrte.

    Überall junge Erwachsene, aus allen möglichen Jacken- und Rucksacköffnungen lugen Babies heraus. Was ist denn hier passiert eigentlich?

  • Mo, 25.11.2019

    LUCIEN, DU HAST UNSER VERTRAUEN, ABER…

    Guten Morgen, ich kann nicht schreiben, habe noch nie geschrieben, fangen wir also ganz von Neuem an.

    Ist nicht David Salles Kunst, ist nicht seine Malerei das Zentrum, aus dem heraus er sein Buch “How to see” geschrieben hat, das mir bis hierhin gut gefällt, aber leider seine Kunst, seine Bilder nicht? Wie damit umgehen? Kann man den schreibenden Maler von seinen Überzeugungen und Befestigungen, von denen aus er seine Ansichten zu Bildästhetik und MALEREI an sich und am Beispiel anderer darlegt, und die sich (letztlich?) in seinen eigenen Bildern phänotypisieren, trennen? Wo liegen hier Chaos und Ordnung? Die Antwort lesen Sie auf der nächsten Seite.

    Jetzt muss ich zum Schlüsseldienst.

  • Sa, 16.11.2019

    In der ZEIT steht, die Tagebücher von Patricia Highsmith zeigten, was für eine “menschliche Zumutung” sie gewesen sei. Kann es also kaum erwarten, sie zu lesen. Und draußen ist es kalt.