ÜBER WIESEN, VORBEI AN DEN FRÜHBLÜHERN
Die Natur erholt sich, so liest man jetzt häufig, in verschiedenen Texten zu und wegen… – die Natur erholt sich, die Sonne scheint, das Wasser klart auf, die Tiere singen und überall schweigen die Industrieschornsteine, die Kompressoren und Motoren.
Gestern am späten Nachmittag wieder zu Fuß ins Atelier, über Wiesen, vorbei an satt blühendem Krokus, an Kirschblüten, 3,2 Kilometer laut Google Maps. Im Park sitzen junge Menschen, in großen Gruppen teilweise, und trotzen der ansteigenden Flanke einer exponentiellen Wachstumskinetik. Ich kann nicht einschätzen, ob das jetzt schon unvernünftig ist oder irgendwie grade noch in Ordnung geht. Gemessen daran, dass die Bundeskanzlerin am Abend eine Rede “an die Nation” halten will, scheinen mir die Straßen und Cafés etwas zu voll. Ist es so, dass die Menschen in der Mehrheit intuitiv EHER falsch handeln? Auch dieser sportive Sex, den halbnackte, yogabehoste Frauen und Männer joggenderweise aussenden, kommt mir nochmal bescheuerter vor als sonst. Ich mache das Beste daraus und suche mir die schönsten Ärsche heraus. Im Atelier zeichne ich mechanisch-diszipliniert, weil das Denken auch bisschen Pause hat grade.
Ständige Verwechslung von gaslighting und ghosting, kann mir einfach nicht merken, was was ist.