TIEF IM WESTEN
Am ersten Tag brach ich mir ein Stück Zahn ab, bemerkte es nicht und schluckte es runter. Es ist die ZweiFünf. Eine raue Stelle jetzt zwischen dem glatten Schmelz. Dabei muss ich komischerweise an die Ammoniten und Mineralien denken, die früher mein Schulfreund M. gesammelt hat. Am zweiten Tag fand dann wirklich die Verabredung mit Martin zum Abendessen statt, nachdem ich sie einen Abend vorher wähnte, und dort, mit frisch abgebrochenem Zahn, vor dem Restaurant im Wind stand, vergebens.
Am vierten Tag die Sache mit der Ull Hohn-Ausstellung, im Haus am Waldsee. Draußen, über uns, der schöne Wintertag, und drinnen eine sehr geglückte Ausstellung, nahezu perfekt eigentlich. Bis wir, bis ich, leider, den auf die Wand applizierten Text entdeckte: Fortsetzung der Ausstellung im ersten Stock, und man fügte sich. Sie wurde dadurch nicht zerstört, aber es schob sich jetzt deutlich die sog. kuratorische Absicht, die kuratorische Arbeit in den Vordergrund. Ich denke an den Spruch über den Schiedsrichter im Sport: die Besten unter ihnen zeichnen sich dadurch aus, dass man sie nicht bemerkt.
Abends, zurück bei Phillip, zeigt er mir die 90minütige Doku über Marcel Goldhammer, danach sehen wir uns die volle Scholz/Merz-Sache an, welche DIREKT danach bei Caren Miosga wiederum beackert wird. Völlig gerädert und fertig von so viel D*e*u*t*s*c*h*l*a*n*d, schlafe ich noch vor 23 Uhr ein.