• Mo, 25.06.2018

    SIND ZURÜCK MIT DEM NEUEN SONG “VIEL ZU FRÜH UND ALLE TAGE: ICH-GESAGE” / HEUTE BINDESTRICHE

    Es war der Anfang eines Sommers und

    Freitag, nach Wochen, wieder bei Otto. Er zeigt mir ein mystisches Pulver oder Spray, das er durch eine Art graue Plastikkartusche einatmen muss, für die Aufpäppelung seines gebeutelten respiratorischen Apparats. Dieses Pulver oder Spray strömt durch ein winziges Loch pulmonalwärts in den Körper des unverwüstlichen Kunst-Greises, allein – trotz sichtbar besserer Verfassung und Laune – ferner sinnend, sich irgendwie sanft fügend ins große Gesamtganze: “Ich bin am Arsch!”. Doch zuerst wurde gearbeitet, an die Bilder gegangen.

    WIRKLICH direkt gute Laune dann, als er mir ein Gerhard-Richter-Interview zeigte, in welchem der verständlicherweise auch altersbedingt etwas wirr werdende Jahrtausendmaler (oder Jahrtausend-Maler), den geilen Artist-Evergreen vom ZUFALL nochmal aus dem Schlammgraben der Künstlerenigmen holt um usw.
    Wenn einem als Künstler nun wirklich gar nichts mehr einfällt, aber irgendwie content kreiert werden muss zwecks Weiterverarbeitung, kann man immer etwas über DEN ZUFALL sagen, der ja, so jedenfalls scheinbar ALLE, “eigentlich die interessantesten…” etc.. Nein, halt, eigentlich kann Gerhard Richter auch sagen: “Entschuldigung, dazu möchte oder kann ich nichts sagen”, aber in dem Fall ist es ja offensichtlich nicht so gekommen. 

    Durch Zufall auf twitter, dass es in der taz vom Wochenende einen kleinen Text über das Metamorphosen Heft gab, sogar mein niedlicher Name steht darin, ausgeschrieben, was schon irgendwie merkwürdig ist, denn mich kennt nun wirklich niemand. Trotzdem natürlich süß, irgendwie, echt. Da fällt mir übrigens jetzt ein, wie ich da neulich in der Linienstraße den Jochen Distelmeyer auf dem Rad vorbeifahren sah, und er trug wirklich diese dunkelblaue Denim-Jeansjacke…

    Eingepfercht in kühlen Nordwestwind-Tentakeln

  • Mi, 20.06.2018

    SCHOKO BANANE ERDBEER / VON DER ZEIT SELBST BESCHREIBEN LASSEN 

    Gestern eine Whatsapp-Nachricht, die einen so brutal aus scheinbar allem heraushaut, mal eben kurz den alten Meister, den ULTIMATIVEN REGULATOR ins Bild rückt: TOD.

    P. schrieb, dass sein Bruder und mein ehemaliger Nachbar N., am Tag zuvor im Krankenhaus verstorben sei. Die Geschichte war die: vor Jahren Stahlplatte im Unterarm nach Fahrradunfall, Stahlplatte stimmt irgendwas nicht, es kommt zu einer Entzündung, N. kümmert sich nicht richtig, es kommt zu einer Hepatitis-Infektion, N. kümmert sich immer noch nicht, Organe werden angegriffen, und jetzt, die letzten Wochen: Krankenhaus, Siechtum, Tod, so ganz profan, so fasst es P. in einer Sprachmitteilung zusammen, insgesamt 52 Sekunden braucht diese Information, die man abspielt, indem man ein kleines blödes, blaues Play-Icon drückt, auf einem beschissenen iPhone, assembled in the USA.

    Thoreau notierte am 20. Juni 1840 in sein Tagebuch: “Wir sollten nicht immerzu den Eindruck von Gewöhnlichkeit abwehren, sondern ihn rasch begrüßen und wertschätzen. (…) Es gibt zwei Wege zum Sieg – sich wacker bemühen oder sich fügen. Wie viel Mühe sich Letzterer ersparen wird, haben wir noch nicht erfahren.” – aber Sieg?

    Ja, und ich? Ich schreibe hier, jetzt, nackt und träum’ ein bisschen von Woanders und von Geld, echt wahr.

    the only way to get out of an environment like that is the way a bullet gets out of a gun

  • Mo, 18.06.2018

    THE CARTERS

    09:39h, Eine von vielleicht 1000 Daseinsformen: die des ewig Erwachenden, noch leicht träge, fast fahrlässig in Aufnahme und Verarbeitung, so kommen die Bilder durch das Auge rein, das Grün der Bäume und dazu die Vögel, die ich auch höre. 

    Der erste Mensch, den ich sehe, durchs Fenster, gegenüber auf der Mauerseite, ist eine von den Zigeunerfrauen, die einen blauen Müllsack zum Ensemble der temporären Einrichtung stellt. Gestern sah ich sie den Straßenabschnitt kehren, auf dem eine der Frauen tagsüber Nickerchen machte. Nach meinem Empfinden schreit die Gruppe weniger herum als noch letztes Jahr.