PURER LUXUS ODER DIE TOLLWÜTIGEN SOUFFLEURE AUS DÜSSELDORF
10 Uhr, 1. liturgische Handlung, Glockengeläut für drei Minuten
Mehr Licht drängt jetzt durch das Mischweiß der Wolken, es ist ungewöhnlich ruhig, höre nur Tiere oder Flugzeuge. Schön. Mild sind Luft und Vogelgesang, absolut willig Geist und Körper.
Die Krefelder haben gestern Nacht ein Feuer gemacht, und als ich die zweite von zwei Zigaretten rauchte, stellte ich mich ein bisschen neben das Feuer und ich hatte vollkommen vergessen, wie warm es neben einem Feuer ist. Dass es so warm ist, und wie gut es riecht. Im Schuppen nebenan hing ein vietnamesischer Strohhut am Haken, daneben, im Zentrum des Schuppens, glänzte matt der schwarze Lotus.
H. hat 8 Kilo abgenommen in Indien. Das Meiste wegen “Scheißerei”, so H., die besonders hartnäckig sich darstellt. Immer noch, zurück am Niederrhein. Später schreien Männer aus Ekstase am Kickertisch, ich hingegen habe diesmal gar nicht gekickert. Ayk stand lauernd daneben, vielleicht hat er sich Opfer gesucht, die er dann zermalmen kann. Junge Menschen reden jetzt mit mir, wie ich damals mit Menschen geredet habe, die so alt waren, wie ich jetzt. Ich rede mit F.C. über Filme, und dabei fällt mir auf, dass ich doch mehr Filme sehe, als ich glaube, zu sehen. Ein Jüngling, mit dem K. in einer Band spielt, fragt mich, was ich “für Kunst mache”. Ich sage dann immer: “Bilder”.
Ein Frosch verlor sein Leben NICHT
Als F.C. und ich gehen, sagt ein Typ, den wir beide nicht kennen, so seriös beiläufig aus seinem Lehnstuhl heraus: Lasst euch nicht verrückt machen.
Im Auto viel über den Puren Luxus. Möge er weiter wesen, somehow
Die Nacht, aus der Sicht der AUTOBAHN