• Mo, 16.9.2024

    KÜRASSIERE AUF RIESIGEN PFERDEN

    Stimmt schon, mit den Jahren kam eine Vorstellung und ein Bewusstsein von einer Ökologie: die Schwierigkeit ist nicht, eine Zeichnung zu machen, eine sog. Arbeit zu machen, oder einen Satz hinzuschreiben (jetzt wäre es schöner to make a sentence verwenden zu können, ohne die Sprache zu wechseln). Die schwere Frage ist, ob die Zeichnung besteht, ob der Satz stehen bleiben kann. Diese ökologische Frage also: braucht es das jetzt, braucht meine Welt das, braucht DIE Welt das? Dieses Misstrauen ist genau so real, wie die Tatsache, dass man es an anderen Tagen, Wochen, Monaten, vernachlässigt, um überhaupt etwas zu schaffen/erschaffen. Nun gut, das hing mir noch nach, bis hinter die Stahltür, ich komme grad von draussen rein.

    Ein feiner Schweißfilm liegt mir auf den Unterarmen und den Unterschenkeln. Kleidung im Übergang vom Sommer zum Herbst. Ich mag dieses Gefühl überhaupt nicht, wenn ich den Schweiß wie einen kühlen Hauch zwischen dem Stoff meiner Kleidung und meinem Arm spüre, fühle mich ölig, verbraucht. Noch ein Weiteres, das sich trennend zwischen mir und die Welt gemogelt hat.

  • Mi, 11.9.2024

    SOON IT’S HOCKEY SEASON

    Ab und an hat es ein Licht zu dieser Zeit des Jahres—es ist die Zeit der ersten Kälte—dass sogar das betonierte, breitstrassige, bahnunterführte und playmobil®-artige Funktionsdeutschland mit seinen Zinkblechen und Tropfkanten und Lagerhallen und Logistikzentren, dass sogar Technologiepark/Müngersdorf, mit seinem vergessenen Gras am Straßenrand, wenn schon nicht schön, so doch nach etwas aussieht, und sei es lediglich ein zweifelhafter Charakter.

    Und vielleicht sind Menschen, die sich als „Sommertyp“ bezeichnen würden, vor allem Menschen, denen sich schon früh, als Kind, das Abbild eines mit brennender Sonne in einem staubfreien Blau hängenden Himmels als der Inbegriff eines Himmels schlechthin zu eigen gemacht haben, und jede Vorstellung von einer Zukunft, jedes neugierige Herüberschauen zu dem, was ungewiss, aber hoffentlich doch eintreten möge, sich stets unter so einem Himmel abspielen wird, es ja gar nicht anders sein kann. Dazu gehöre ich nicht. Ich bin mit dem Herbst eingerichtet, und ich habe sieben Zimmer, aber ich nutze nur zwei. Ich schaue herüber.

  • Mo, 9.9.2024

    DIE FLAMME TRITT VERTIKAL AUS DEM BRENNER

    Mir ist nicht ganz klar, warum es diese eine Nacht zum Drüber Schlafen braucht, warum mir die berechtigten Einwände nicht schon in dem Moment einfallen, in dem besprochen wird, aber es ist so. Im Schlaf holt die Realität auf.
    Also wacht man auf mit einem Vorgefühl von Selbstanklage: warum das antun?
    Es ist doch auch so schon alles hart auf Kante genäht. Also, Kommando zurück. Insgesamt gerne JA, natürlich, aber SO wird es nicht gehen. Das ist nicht die Art von Dringlichkeit, die prickelt, das ist Stress, das ist Terror, das ist das Unschaffbare mit künstlich offen gehaltenem Ausgang.

    Regen, Eintrübung, kühl, 16 Grad.