Berlin, 12:36h
Hier ist diese Frau, die nahezu jeden Sonntag im Innenhof per Hand Styropor-Scheiben zerkleinert, damit das Zeug in die Mülltonne passt. Verstärkt durch die akustischen Bedingungen eines jeden schmal gebauten Innenhofs, klingt es, als würde sie yogamattengroße Scheiben von Knäckebrot zertreten. Von weiter oben wabert verhallte, türkische Musik in diese urban composition mit hinein, ein Wahnsinn. Mach doch mal jemand laut Mahler, bitte, so agitiert bin ich schon. Durch ein kleines Trapez kann ich den Himmel sehen: blau und wolkenlos.
In welche Welten man einfach nicht hineinkommt. Komplett verplombt.
Gestern kamen von Frau B. die ersten Versionen des Plakats, für die Ausstellung im November. Titel: Oh, what fresh hell is this?
Und für mich ist das auch kein weißes Rauschen: so herrlich oft ist da diese Situation, man reibt sich voller Freude oder Abscheu die Hände, kann kaum atmen, und fragt sich: welche neue Scheußlichkeit ist DAS denn bitte –
Love & Horror & alles dazwischen.
Kleine Mail nach Toronto, kleine Mail zurück. Im Atelier gestern so irre ruhig, so friedlich. Noch 13 Tage.
Freitag: Briefwahlbrief abgeschickt: GEWÄHLT
Feeling blue: scientists – and lonely people – have been tracking a single blue whale who sings,
unanswered,
at a frequency other whales can’t hear.