Berlin, 08:55h
I don’t work in the area
Ein leichter Regen fällt, da stellt sich hier gleich ein schönes Gefühl ein, beim heterosexuellen Mann, der im Bett liegt und schreibt. Der weiche Klang, in den ein spitzes Vogelgeräusch hineinsticht. Eine irgendwie kitschige Idee von Innehalten, ja warum denn nicht. Sogar die Baustelle ist leiser.
Geisteskranke auf facebook: Rette Bären in Vietnam und sieh dir hier das noch von Richard David Precht an, über die Zukunft der Arbeit, außerdem ein absolut logisches No! zu Ölpalmen und Japans Nuklearabfall-Loch usw., ist doch klar.
Diese umher vagabundierende Form der Aufmerksamkeit, die schiere Wahllosigkeit, mit der die Themen ausgewählt werden. Man hat natürlich auch überhaupt keinen Überblick mehr. Ja, ich habe deine Gesinnung verstanden, aber ich bin AUCH ein guter Mensch, echt! Ich vermisse die Ambivalenzen, das Aushalten. Dinge schweigend aushalten. OK, ich verstoße selbst dagegen.
OH SWEET HASS
Gestern, Torstraße: heiß, etwas drückend. Mit öligen Körpern durch Mitte, mit H.J., der ein weißes T-Shirt trägt, mittig auf Brusthöhe eine kleine Zeichnung von einem Wölkchen mit Gesicht und Ärmchen, und mit den Ärmchen macht sie:
Gesten leerer Verweisung (nach dem Wüschner-Archiv).
Und wie in einem lustigen Berlin-Film lief dann auch wirklich Ai Wei Wei noch an uns vorbei. Zur Freude wirklich aller.
S. war auch mit, sie war eigentlich der Boss, der Leim. Der Boss und ich bekamen Bock auf Bier, das war nach der Pirici-Performance im NBK, und ich trank zwei Radler beim Vietnamesen, das fand S. völlig inakzeptabel, also Radler. Gefiel mir dann schon wieder, daß sie mir da mit vor Prinzipientreue nahezu bebenden Äuglein klarzumachen versuchte: fuck you wenn du denkst, Limo gehört in Bier. Dazu vietnamesischer Pop.
LEIDEN WARUM –
LEIDEN WOZU.
Ja,
wenn Mané und Salah über die Flügel kommen
wird’s ungemütlich
Spiel mau, Endstand HOF-LIV 1:2