• Montag, 24. Juli 2017

    11:33h. Regen, 17 Grad. Müdigkeit. 

    Aus der NY Times:

    Angela Merkel’s Humanity
    Captured in an Elizabeth Peyton Oil

    Was Porträts eigentlich SOLLEN. Und was sie natürlich nicht MÜSSEN: eine bloße Abbildung sein mit retinal feststellbarer Ähnlichkeit. Elizabeth Peyton und ihre zeichnerischen, fast aquarellhaft in Öl gemalten Porträts wären auch nochmal ein eigenes Thema, für sich. “Her face is so determined and tender” sagt Peyton über Merkel. Es klingt jetzt, wo man das Bild kennt, eher wie ein Auftrag, den sie sich selbst gegeben hat. Meine Synapsen wollen mir jedoch vorschreiben, darin Spuren von Marietta Slomka zu erkennen. CONSTANT BATTLES

  • Donnerstag, 20. Juli 2017

    Am Montag mit Petronella ein paar Hunde beobachtet in drückender Hitze. Erzählte ihr von der Villa Typhonium in Wissant, einem Gebäude im Neoägyptischen Stil des belgischen Architekten De Vigne. Es gibt keine Bilder vom Interieur. 

    Jürgen Kaube über den Text des Staatsrechtlers Christoph Möllers im Merkur. Habe den Text leider nicht, PAYWALL, aber PAYWALL can’t stop me now

    Großer Artikel in der NY Times über die nunmehr 20jährige Geschäftsbeziehung von Trump, Donald und Deutsche Bank.
    Auf einem Foto: Ackermann, Josef. Was macht der eigentlich? Antwort: Chairman of the Bank Of Cyprus.

    Ich setzte grade meinen Fuß aus Simons BMW-Kombi mit beigem Leder-Interieur, da schlug der erste dicke Tropfen Regen direkt vor mir ein. Wenige Minuten vorher war es noch ein stechend heißer Tag, das Licht grell und die Idee von Dunkelheit irgendwie komplett undenkbar. Kaum bin ich in der Wohnung angekommen, schüttete es los, biblisch und lang. 

    Heute Nacht, kurz vor Vier Uhr, wieder starke Schauer, Donner. Halbwach stand ich auf, ich weiß nicht mal mehr, warum – ich glaube, ich habe das Fenster auf kipp gestellt, und hatte auf einmal unglaublichen Durst. Durch all das Wasser dran erinnert. 

  • Montag, 17. Juli 2017

    CLASSIC C1 Hardfloor

    Im Saturn Hohe Straße ging ich zwischen den zwei Reihen Miele-Staubsaugern hin und her. Die verschiedenen Modelle, in Weiß, Bordeauxrot oder Ultramarinblau, mit sanft enigmatisch-sachlichen Produktnamen. Sie standen dort jeweils einmal präsentiert auf einem Turm aus Miele-Kartonage.
    “Teil der Miele-Familie sein…” flüsterte ich schon zu mir selbst, als ich mich auf graublauer Auslegeware der Abteilung näherte. Vorbei an den käferartigen und durchdesignteren Staubsaugern, deren Staubauffangkammer aus durchsichtigem Acrylglas bestehen, kleine einsehbare Flachsilos für Fusselvoyeurismus. Ich war mir sicher, aus dem Alter raus zu sein. Zurück zum Beutelsauger, mein Entschluss stand und steht fest.

    Von Miele träume ich schon etwas länger, und als ich ein paar Tage zuvor auf dem Instagram-Account einer amerikanischen Rockmusikerin, in die ich seit Jahren verknallt bin (und an deren Haaren ich wahnsinnig gerne riechen möchte), einen post sah, auf dem sie angab, noch nie in ein elektronisches Haushaltsgerät verliebt gewesen zu sein, bis jetzt, denn nun habe sie einen Miele-Staubsauger, ein weißes Modell, den man dann auch auf dem Foto sah: wie ein schüchterner, schöner mittelgroßer Hund saß er friedlich auf dem Teppich… – da jedenfalls war ich überzeugt, daß auch ich einen Miele will. Ich war mir sicher, daß sich hinter diesem konservativem Design der Geräte, hinter der optischen Unscheinbarkeit etwas substantiell Besseres verbarg. In dieser Vermutung, glaube ich, sah ich mich auch als Teil einer Idee von Opposition, einer Opposition im Optischen Zeitalter. 
    Die Tendenz geht zur Modell-Reihe Hardfloor, der Name ist schon so geil. Über die Farbe muss ich noch nachdenken.


    bei anschwellender Militanz

    und den eigenen Emotionen misstrauen