• Freitag, 14. Juli 2017

    Wie durch dichtes Unterholz gekämpft, zeigt sich hier manchmal die Sonne als diffuser Fleck. 

    Sir Carter and Rumi
    1 month today

    Die Nachbarn, die jetzt seit ichweißnichtwielange ihre kleine 40qm Wohnung renoviert haben, als sei es Sanssouci, haben ihre alten Möbel, Sofa, Regale, Bretter und zerlegte Kleiderschränke, einfach in den Innenhof gestellt und da steht das jetzt seit Wochen, wird beregnet und besonnt. Der Kühlschrank steht da aufrecht, mittendrin, wie eine weiße Erinnerungsstehle. Absurd. Schon mit dem Nachbarn locker deutschbürgerlich rumgespaßt. Aber den Sperrmüll anzurufen ist nun so schwer auch wieder nicht.

    Die manchmal natürlich auch perverse Lust am Sprechen und an der Sprache führt dazu, daß ich punktuell einknicke um den Elefanten im Raum zu thematisieren, auch in Momenten, in denen Schweigen die bessere Lösung wäre, nicht unbedingt für mich, aber für die soziale Situation. Bleibt zu befürchten, daß das ICH bin.

    Aus Griechenland erreicht mich ein sehr gutes Hunde-Protokoll, courtesy of S.:

    also!

    hier auf der insel

    gibts ein paar

    und die haben einen hind

    hund

    es ist ein dickes paar

    der hund ist eine quadratische sehr erwachsen aussehende dicke bulldogge

    mit klugen gelangweilten augen

    und auf ihm steht therapy dog

    und ich hatte ihn gestern gesehen und dann heute 2 mal

    er sieht wie eine ganz grosse persönlichkeit aus

    beim gehen zieht der mann ihn so leicht, und es wirkt als ob er in einem kräftemessen konstanten widerstand leisten würde

    es folgen mond videos

  • Donnerstag, 13. Juli 2017

    Buchschönheit: es sieht so aus, als werden die in 12 Bänden bei Matthes & Seitz Berlin herauskommenden – 2 davon bereits erschienen – Tagebücher des Henry David Thoreau zum optisch Ansprechendsten gehören, was das sog. Buchjahr zu bieten haben wird. Mitschuld hat offensichtlich Judith Schalansky. Lasst die Frau doch ein Jahr lang JEDES deutschsprachige Buch gestalten. Später wird man sagen können, das Jahr, in dem die Schalansky-Bücher usw. 

    Ansonsten: schreibfaul

    Illies über Schirrmacher
    Himmel über Deutschland

    Wetter wie in Oxford vor 6 Jahren

    Am Telefon sagt mir Dr. Kemna – Quaternary geologist in principal – der Klimawandel sei viel weniger anthropogen, als medial vermittelt. 

  • Samstag, 8. Juli 2017

    Schwarz glänzendes Karbon mit Quadratrelief
    so ragt der Obelisk inklusive Sockel
    mehr als neun Meter in den Himmel

    Und gegen halb Zwölf sitzen, stehen und hocken die Menschen noch bei 24 Grad auf und um die Straße herum. Ein DJ, mit dem Personal völlig allein im Innern der Kneipe, legt New Wave auf, in einen leeren Raum hinein. Zwei Kölsch schmecken mir nicht. Ich glaube, es ist Sion. 

    Ich denke an die Zeit zurück, in der ich die Regeln noch nicht kannte, und das es schöner war so.

    Im Ludwig, bei Wolfgang Hahn’s Sammlungs-Ausstellung, kickte es mich dann dermaßen, als ich sah, wie sinnlich und zärtlich und real die konzeptuelle Kunst mal war, sein kann, kaum mehr ist, usw. Parallel zur technischen Ebene, zur Technik selbst, die heute immer mehr ins Mikroskopische vordringt, ist der Eindruck, der Schatten der Verweissysteme so groß, so mächtig geworden, daß man wohl viel leichter vergessen kann, daß aus ihm heraus zu treten durchaus möglich ist. Bei Reena Spaulings bellten mich Hunde aus einer grauen Plastikkiste an. Das hob die Stimmung. 

    Anschließend bei Carolin Eidner, gestern dann kurz bei Penck, wo ich einerseits die Schön- und Klarheit der Michael Wernerschen Kataloge wieder einmal geil fand, und andererseits meine Telefonnummer auf einen blauen Zettel schrieb, völlig un-player-mässig, glaube ich.

    Ganzen Tag mit Marc, Geschenk: Norbert Johannimloh Appelbaumchaussee. Nach 50 Seiten: Hammer. Kühe, Felder, Mädchen, Bataille.

    Die beste, weil realsubstantiellste Videokunst der letzten Zeit dann gestern live auf N24, Spiegel Online, etc: Live-Randale und Live-Gemolotowe aus Hamburg im Splitscreen mit Beethovens Neunter. When things reveal themselves. 

    Jetzt 12 Uhr: Testalarm.


    Die Bürger können durch den Obelisken Sichtachsen erkennen
    meinte Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach (57)
    zu dem Kunstwerk