• Dienstag, 27. Juni 2017

    Am Wochenende müde, träge, faul. Bzw. es geht so.

    Gelesen, und Sonntagabend zufällig Charlotte getroffen vorm Thailänder. Sie trug eine Sonnenbrille, und als sie sie abnahm, war ich gleich nochmal irritiert, weil ihre Augen ungeschminkt waren, und bisher hatte ich sie immer, wie ich in dem Moment sozusagen abglich, mit geschminkten Augen gesehen.
    Charlotte hat Angst vor mir, und darauf bin ich nicht stolz. Wie exzentrisch man auf andere wirkt, das kriegt man so gar nicht richtig drauf, den Gedanken. Weil: ich lebe ja in dem Bewusstsein, eben nicht exzentrisch zu sein, sondern nur: genau.

    Ich bin manchmal so ein male gaze Knecht, es ist echt schlimm. 

    Aus der Wohnung unter mir kommt durch das gekippte Fenster der frisch zerstäubte, penetrante Gestank eines AXE-Deos herein. Und die Vögel, die sind eher ruhig an diesem Morgen. 

    pay a heavy price

    Das letzte Glühen des Tages war noch im Himmel, das Licht voll im Rückzug, da schaute ich mir die aktuelle Folge Twin Peaks fast komplett im Stehen an. Er weiß, wie die Dinge auszusehen haben.

  • Samstag, 24. Juni 2017

    “…Anflug von 90er-Jahre-Wunsch nach Integrität.”
                                                                    Seth Price, TZK, Nr. 106 / Juni 2017

    Alle kriegen sich wieder ein bisschen ein, im dritten Stock kann auch wieder geatmet werden, Belagerung durch Hitze vorerst abgebrochen, schreibe ich hier hin, und schaue dabei in einen Himmel, sehr plastisch bewölkt im Stile der flämischen Meister. Das sanfte Schnarren der durch Wind sich aneinander reibenden Bäume. 

    Abends alleine beim Italiener gegessen, und zuerst am Nebentisch drei Frauen, Kolleginnen, nehme ich an, die sich über die “Firma” unterhielten. Eine der Frauen behielt die ganze Zeit die Sonnenbrille auf. Etwas später kamen zwei andere Frauen und setzten sich direkt gegenüber von mir hin, und da ich automatisch neugierig bin, was so zwei Frauen, wenn sie unter sich sind, erzählen, zieht es mein Hirn immer halb dorthin. Zur Tarnung trank ich zwei Moretti-Biere.

    In Texte zur Kunst ein Zweiseiter von Seth Price, Thema in Essenz: die ANGST, bei nicht genügend Zirkussen mitzumachen, um GESEHEN zu werden, den Anschluss nicht zu verlieren. Angst Angst Angst.
    Price zitiert im Text außerdem Nico Baumbach zu sozialen Medien und deren Druckszenarien: “Den Leuten ist es zunehmend wichtiger, die Jouissance des Anderen zu vernichten, als das Leben aller zu verbessern.” Interessant, nehme ich erst mal so auf. Für Lacan-Studien fehlen mir jetzt aber die thrills.

    In neuer Armee-Jacke betrete ich den Gründerzeitpalast und….

    Bei Marc Maron’s Podcast ist Sofia Coppola zu Gast. Wirkte eher sehr langweilig die Frau. 

  • Mittwoch, 21. Juni 2017

    Aus den lichtlosen Tiefen der australischen Tiefsee holen Wissenschaftler unbekannte, zumeist “penisförmige” (Popular Science Magazine) Arten an die Oberfläche, zu den Menschen hin.
    In diesen, aus diesen neuen Arten heraus, schimmern hinter durchsichtiger, knapp an der Schwelle zur Flüssigkeit wirkenden Haut, braune, schwarze und rötliche, glänzende Organe hervor, pumpend, kontrahierend, und dadurch immerzu sichtbar: wie sich diese Kreaturen ihre eigene Lebendigkeit zurechtarbeiten.

    Im Licht der Forschungsstationen dann betrachtet, wirken diese Lebewesen wie verschwenderisch glasierte Keramiken, auf denen die Hilights selbst wie Würmer liegen.


    you should be ashamed of yourself

    Kippenberger
    you lit so well

    looked at the world like no one else
    you were way ahead of yourself


    Gestern zwei Lolitas –  the very definition of – im Laden, die wie von Nabokov in allerbester Verfassung höchstselbst am Reißbrett entworfen schienen. Die eine lang und mit dicken, rötlichen Haaren, die andere klein und blond, bauchfrei, Hotpants, das volle Programm, beide zwischen 15 und 17, schwer zu sagen. Sie bewegten sich souverän durch dieses Männergeschäft, und ich habe mich gefreut, weil es so eine Zartheit hatte. Die kleine Blonde kaufte eine Ella Fitzgerald Platte. Wow. Es ist immer wieder beeindruckend, in wie unterschiedlichen Phasen sich Girls und Boys der Adoleszenz annähern. Oder liege ich da komplett falsch? Jungs sind (zu 95%) so schlimm, es ist oft so erbärmlich mitanzusehen, sperrt diese dumpfen, stinkenden Biester weg. 

    You are now following Matt Dillon on instagram. Matt Dillon, der erste richtige mancrush, den ich hatte.