Kalter Wind an meiner nackten Schulter, der Himmel grau und weiß geflutet. Ewig stampft der Nachbar. Morgen ziehe ich hier fünfzig Meter hohe Redwoods hoch, die dann mit ihrem fünfzig Meter hohen Schweigen vor meinem Fenster stehen und allen Lärm einsaugen. Jetzt geht ein Aufwind.
“Einsilbig” würde ich den leichten Stumpfsinn beschreiben, den ich jeweils am Ende der letzten Tage gegen die “abstruse Präzision” der Gedanken eingetauscht habe. Stattdessen mal ein Bier und weiter mit Spacey und Wright. Sprechen diese Tage auf flüsternd bedrohliche Art von Resignation?
Let’s say NO
S. war in der Stadt um ihre Ausstellung abzubauen, und hat mich nebenbei ein bisschen gerettet. Dafür hat sie dann quasi allen Dank der Welt von mir, aber ich kann es nicht richtig artikulieren, vielleicht auch besser so. Sie könnte denken, ich sei – ja was eigentlich. Bald kauf ich ihr Blümchen.
Im Denis Johnson-Roman kommt diese Stelle, wo beschrieben wird, wie eine Frau an “ihren Skulpturen rumwerkelte”. WERKELTE. Da hätte ich fast das ganze Buch schon weggeschmissen. WERKELTE? Was ist denn bitte da passiert? War das der Übersetzer oder schreiben die Amerikaner sowas wirklich in ihre Romane rein?
Wie ich mir Donnerstagnachmittag die Avery Singer Ausstellung ansah, erfüllte der wunderbar künstliche Geruch von versiegelter Malerei den Raum. Dann grollte draußen, fern, der Donner und der Moment wurde zu einer Matratze, auf der man sich aus- und hinstrecken will. Später schmetterte der Sturm noch den Aufsteller des Kunstvereins auf die Wiese.