• Sonntag, 23. April 2017

    “UNTERIRDISCH”: Linksextreme wegen friedlicher Proteste in Köln enttäuscht. Express.de

    So kalt die Nacht auch war, die gute Luft am Morgen füllt den Raum hier wie Musike, draußen die Wolken grau mit weißem Saum, sachte in Bewegung. 

    In den Tagen am äußersten Rand der 16. Kalenderwoche: kalte Winde, viel Anstrengung und Konzentration und mittendrin der Eindruck, daß man genauso die ganze Zeit leben müsste, damit man ja nicht auf dumme Gedanken kommt, denn ich – als Halb-Delfin – spüre zu viel

    Wieder zeichnen wie ein Kind, so Picasso, dafür habe er ein leben Lang üben müssen, vergessen. Die Sperrschicht Wissen, das Abgeklärte, ABGEWICHSTE wegdrainagieren. Und Schreiben? Schreiben lernen wie auf Lithium, und leben wie ohne. Keine Ahnung, später mehr. 

    11:00h – Kirchenglocken. ON POINT

    Wahlen in Frankreich, diesem vollkommen verrückten Land. Die Startseite von FAZ-Online zeigt die Gesichter aller Kandidaten, ein nachlässig zusammengephotoshopptes, matschig-digitales Mount Rushmore des Horrors. Es mag absurd sein, aber: man erwartet also den Abend.

  • Sonntag, 16. April 2017

    Aus dem Bett heraus sehe ich hartes Gearbeite am Firmament: Wolkendecken, gestaffelt und geschichtet zu einem einzigen Grauton, schieben und drücken, halten die Sonne zurück wie ein mies gelaunter bouncer an der Clubtür. Im Innenhof hallen das Gurren und der Flügelschlag von Tauben, weiter hinten schreien und singen andere Vögel. Gestern – die Computeruhr zeigte 22:55 Uhr – die Karsamstags-Polyphonie, aus Hammerschlägen geformt. Steigen wir also hinab in die UNTERWELT.

    Von Krieg spricht man jetzt schon wie vom Wetter: durchaus möglich – sieht ein bisschen so aus – ein Blick auf die Karte zeigt – von Osten kommt da eine Front rüber, die….

    Freitag Abend saß ich bei M. im Wohnzimmer, in 4K Ultra HD sahen wir auf Netflix den Vulkanfilm von Werner Herzog, ich bereits zum dritten Mal, ich krieg’ den Hals und die Augen nicht voll von diesen Lavastrombildern. Das eingearbeitete Archivmaterial, das das französische Vulkanologen-Ehepaar Krafft bei seinen geisteskranken Annäherungen an speiende Krater und dahinwalzende Lavaflüsse zeigt…. ich kann es fast nicht mitansehen. Obwohl ich ja weiß, wie es weitergeht, denke ich jedes Mal: JETZT fällt diese in Silber gehüllte Figur ins glühende Rot, JETZT muss ich mit ansehen, wie sie von dickflüssigem Feuer zersetzt wird, in Hitze zerstäubt. Es passiert nicht. 

    Der Notar erlaubte mir am Donnerstag, ein Foto vom Innern seines Portemonnaies zu machen. Ich bat ihn, das aufgeschlagene Portemonnaie näher an seine Krawatte zu bringen, denn man sollte einerseits den kleinen Fischaufkleber sehen, der auf dem kiemenartigen Bereich klebte, in dem man die Kreditkarten aufbewahrt, und das Motiv auf seiner Krawatte.

    Das Krawattenmotiv ist eine Art extrem verniedlichte Sequenz eines kleinen dicklichen Pelikans, der einen auf ihn zu schwimmenden Fisch mit seinem schaufelartigen Schnabel (”Kehlsack”) zu fangen versucht, der Fisch scheint jedoch zu entkommen. Mein Hauptaugenmerk lag aber auf dem fünfmarkstückgroßen Aufkleber im Portemonnaie. Darauf ist ein fröhlicher Tropenfisch zu sehen, in gelben, scheinbar vibrierenden Buchstaben steht darunter: Great

  • Donnerstag, 13. April 2017

    Der Direktor des Museum Ludwig in Köln, Yilmaz Dziewior, ein sogenannter avid user von Instagram, scheint nahezu jedes Bild mit einem Like zu markieren, das mit #museumludwig ver- oder gehashtagged ist. Ästhetische Frage hierzu: sollte der Direktor eines großen Museums so etwas überhaupt machen? Wie steht es einem, der nominell in leitender Stellung einer kulturellen Einrichtung steht? Ist das ein privater Account, kann das überhaupt ein privater Account sein? Was würde Luhmann, was würde Kittler zu diesen Distinktions- und Promotionsapplikationen sagen, die ja de facto beides gleichzeitig sind. Darüber mal eine 60minütige Sendung im, nein, nicht im Internet, im Staatsfernsehen.

    Der interessante Mensch: über den man WENIG weiß.