Lese online fast parallel zwei Artikel, The Guardian und New York Times, zur Causa Dana Schutz Gemälde “Open casket”, das in der grade laufenden Whitney Biennale ausgestellt ist. Das Ölbild von 2016, 99 mal 135 cm groß, das ich im September letzten Jahres in der Berliner Galerie CFA selbst noch gesehen habe, ist das abgemalte schwarzweiß Foto (bei Dana Schutz wird es zum farbigen Bild, prominent ist eine Art Neapel- oder Indischgelb), das den offenen Sarg des jungen schwarzen Emmett Till zeigt, genauer: sein durch Gewalt entstelltes Gesicht – disfigured, diesmal ist die fremde Sprache die genauere.
Emmett Till, 14 Jahre alt, wurde im Jahr 1955 in Money, Mississippi, von zwei weißen Männern, Roy Bryant und J.W. Milam, entführt, gefoltert, erschossen und die Leiche anschließend in den Tallahatchie River geworfen, an dessen Ufer man die Leiche dann drei Tage später fand. Das Motiv der beiden weißen Männer war, daß Till der 21 jährigen Ehefrau Bryants in einem Lebensmittelgeschäft hinterhergepfiffen haben soll, sie in ein Gespräch verwickelt haben. Die Frau berichtete dies hinterher ihrem Mann, und Bryant und sein Halbbruder Milam bewaffneten sich und entführten Till aus dem Haus seines Onkels.
https://www.nytimes.com/…/painting-of-emmett-till-at-whitne…
https://www.theguardian.com/…/whitney-biennial-emmett-till-…
Wie über Kunst geredet/geschrieben wird, wenn sie direkt eingebettet ist in ultra akuten politischen Zusammenhängen