• Dienstag, 28. März 2017

    Geht man morgens zu früh an den Computer, ist man auch zu früh damit konfrontiert, sich selbst im noch schwarzen Monitor gespiegelt zu sehen. Der Selbst-Effekt sollte am Morgen vermieden werden. 

    ...in any case the preoccupation with the body and self is pre-eminent with

  • Sonntag, 26. März 2017

    Es geht ein Ruck durch Deutschland, nämlich der Frühling. Bei weit aufgerissenem Fenster, die nackten Füße direkt vom Beamstrahl der Sonne gewärmt. Nette und dezente people sounds von der Straße, hier ein Fahrrad, da ein zartes Geschaufel, kleine Lebens- und Arbeitsgeräusche an einem Sonntagvormittag. Im Postfach eine Email mit dem Wort genderqueer. Es sind die letzten Tage auf der Sonnenseite der Straße. Nächste Woche geht es nach gegenüber, da gibt es dann andere Rationierungen von Licht. 

    Auf ubuweb neulich dieses Hammer Gedicht von Clark Coolidge gefunden:

    …Smoking and drawing,
    Both thoughts of another finger.
    Circles, both time and light, enough for all stops on one line

    Dass die Kunstzeitschrift Parkett, die es über 30 Jahre gibt, gab und bald gegeben haben wird…..was ist eigentlich Performancekunst in einer Gesellschaft, in der immer mehr Individuen durchdrungen sind mit performativer Awareness, performativen Handlungen, Geist und eben auch einem starken Bewusstsein genau dafür? Oder war das schon immer so? Bedeutet die steigende Anzahl der Objektive und Linsen ECHT gar nix oder nicht so viel? Nee kommt, sagt mal alle wirklich jetzt

    Was wir sehen und was wir ein Bild nennen ist immer: ein Beweis

  • Freitag, 24. März 2017

    Lese online fast parallel zwei Artikel, The Guardian und New York Times, zur Causa Dana Schutz Gemälde “Open casket”, das in der grade laufenden Whitney Biennale ausgestellt ist. Das Ölbild von 2016, 99 mal 135 cm groß, das ich im September letzten Jahres in der Berliner Galerie CFA selbst noch gesehen habe, ist das abgemalte schwarzweiß Foto (bei Dana Schutz wird es zum farbigen Bild, prominent ist eine Art Neapel- oder Indischgelb), das den offenen Sarg des jungen schwarzen Emmett Till zeigt, genauer: sein durch Gewalt entstelltes Gesicht – disfigured, diesmal ist die fremde Sprache die genauere.

    Emmett Till, 14 Jahre alt, wurde im Jahr 1955 in Money, Mississippi, von zwei weißen Männern, Roy Bryant und J.W. Milam, entführt, gefoltert, erschossen und die Leiche anschließend in den Tallahatchie River geworfen, an dessen Ufer man die Leiche dann drei Tage später fand. Das Motiv der beiden weißen Männer war, daß Till der 21 jährigen Ehefrau Bryants in einem Lebensmittelgeschäft hinterhergepfiffen haben soll, sie in ein Gespräch verwickelt haben. Die Frau berichtete dies hinterher ihrem Mann, und Bryant und sein Halbbruder Milam bewaffneten sich und entführten Till aus dem Haus seines Onkels. 

    https://www.nytimes.com/…/painting-of-emmett-till-at-whitne…

    https://www.theguardian.com/…/whitney-biennial-emmett-till-…


    Wie über Kunst geredet/geschrieben wird, wenn sie direkt eingebettet ist in ultra akuten politischen Zusammenhängen